SLK-Neubau offiziell eingeweiht

Heilbronn  Am Donnerstagmittag fand am SLK-Klinikum am Gesundbrunnen die Einweihung des 225 Millionen Euro teuren ersten Bauabschnitts statt.

Von Iris Baars-Werner

 

Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) legte bei der Einweihung des ersten Bauabschnitts des Gesundbrunnens in Heilbronn ein Bekenntnis ab zur derzeitigen Krankenhauspolitik des Landes: Die setzte auf "Leuchttürme" wie den Gesundbrunnen, einem leistungsfähigen zentralen Klinikum, das nach neuesten Gesichtspunkten der Medizin ausgestattet ist. Daneben müsse es eine funktionierende Verzahnung von ambulanten und stationären Strukturen geben.

Ausdrücklich lobte er den Heilbronner Landrat Detlef Piepenburg für den "politischen Mut", die Entscheidungen zu treffen, "dass Brackenheim und Möckmühl unter den geforderten Voraussetzungen von Medizin und Patienten nicht mehr zu betreiben sind."

Künzelsau und den Hohenloher Landrat Matthias Neth einbeziehend, sagte er, "wir werden an den Standorten, die geschlossen werden, kein Nichts hinterlassen." Auch in Künzelsau werde man "zukunftsweisende Angebote machen". Grenzen zwischen den Leistungsträgern müssten überwunden werden, stationär und ambulant müssten zusammenarbeiten, "denn es ist den Bürgern scheißegal, wer es macht, es muss aus einer Hand kommen".

Für den zweiten Abschnitt des größten SLK-Klinikums, der ab dem nächsten Jahr in Angriff genommen wird, sagte Lucha grundsätzlich die Unterstützung des Landes zu. Über die Höhe des Zuschusses für das, so Lucha, 150 Millionen Euro teuren Bauteils, muss im nächsten Jahr noch verhandelt werden.

Auch die Stadt und der Landkreis Heilbronn haben im Grundsatz die weitere Förderung schon zugesagt. SLK-Geschäftsführer Dr. Thomas Jendges hatte am Rande der Einweihung gesagt, dass die SLK-GmbH an der Grenze ihrer Eigenfinanzierungsmöglichketen angekommen sei. 

 

 

Der SLK-Neubau in fünf Stichpunkten

550 Zimmer

Die Patientenzimmer sind größer als die bisherigen im Altbau, damit wird das Rangieren der Betten einfacher. Und jedes Zimmer hat ein eigenes, sehr geräumiges Bad mit Dusche. In jedem Zimmer gibt es einen Bildschirm am Bett. Die nahezu bodentiefen Fenster bieten einen weiten Blick. Es gibt zwei separate Wahlleistungsstationen, in denen die Patienten auch Einzelzimmer wählen können. Dazu gibt es auf jeder Station ein Wahlleistungszimmer.

16 Operationssäle

Die OP-Kapazität wurde mit dem Neubau enorm ausgeweitet. Die OPs sind größer und die EDV-Ausstattung wurde verbessert, sodass die Operateure jetzt jederzeit Zugriff auf die Bilddaten der Patienten haben. Die Kapazität für die anschließende Intensivmedizin wurde erweitert. „Das war bisher ein Nadelöhr“, sagt Professor Marcus Hennersdorf.

Kreißsäle

Der Heilbronner Gesundbrunnen ist auf dem Weg, zu den zehn größten Geburtskliniken in Deutschland zu gehören. Im neuen Haus gibt es sechs Kreißsäle, einer davon mit einer Geburtswanne. Mit Ausstattung und Farben wurde an der Atmosphäre der Räume gearbeitet.

Leitsystem

SLK-Geschäftsführer Dr. Thomas Jendges bezeichnet das Krankenhaus als eines „der kurzen Wege und langen Flure“. Was paradox klingt, erklärt sich so: Alle wichtigen Funktionsbereiche sind so in den vier Gebäudefingern angeordnet, dass die zusammenhängenden Funktionen auch nebeneinander sind. Etwa bei der neuen, größeren Zentralaufnahme. „Es gibt zwei Schockräume, dazwischen ist der Raum mit dem Computertomographen“, erklärt Professor Marcus Hennersdorf, Kardiologie-Chefarzt und Ärztlicher Direktor des Gesundbrunnens. Es gibt in der Notaufnahme mehr Behandlungszimmer und Zimmer, in denen die Patienten über eine etwas längere Zeit abgetrennt von der Notaufnahme verbringen können, bis sie entweder entlassen oder für die Weiterbehandlung auf Station kommen. Für Besucher und Patienten kann es lange Flure mit langen Wegen geben – dafür ist ein Leitsystem aus Farben, Buchstaben und Ziffern aufgestellt worden.

Umzug

Der Umzug der Patienten ist für Anfang 2017 geplant – wenn alle technischen Abnahmen erfolgt sind. Bis dahin werden die Schulungen aller Mitarbeiter fortgesetzt, die sich mit den neuen Räumlichkeiten und den modernen technischen Einrichtungen vertraut machen.

Bis zum April 2017 werden auch die völlig neuen Abteilungen des Gesundbrunnens funktionstüchtig sein: Die Neurochirurgie zieht ein und die Psychosomatik, die von der psychiatrischen Klinik am Weissenhof Weinsberg betrieben wird. Einige Bereiche der Klinik sind auf das absehbare Wachstum ausgerichtet. In zwei Schritten wird das Krankenhaus Brackenheim, hierher verlegt: die Chirurgie im ersten Quartal, die Internistische Abteilung bis Ende 2017, Anfang 2018.