Kurt-Schumacher-Platz narrensicher machen

Heilbronn  Wieder gab es vor einigen Tagen am Kurt-Schumacher-Platz einen Unfall. Wieder diskutieren die Verantwortlichen über die Sicherheit. Sie finden aber auch: Irgendwann kann man den Autofahrern nicht mehr besser helfen.

Von Daniel Stahl

Unfall am Kurt-Schumacher-Platz
Fast schon regelmäßig kommt es am Kurt-Schumacher-Platz in Heilbronn zu Unfällen mit Autos und Stadtbahnen. Foto: Archiv/HSt

Ganz einfach ist der Kurt-Schumacher-Platz nicht. Normalerweise hat in einem Kreisverkehr Vorfahrt, wer schon im Kreisverkehr fährt. "Aber nach den Regeln eines Kreisverkehrs geht es dort nicht", erläutert Hagen Herrmann, Referent Verkehr beim Heilbronner Polizeipräsidium. Das liege daran, dass Autos sich den Platz mit Stadtbahnen teilen. Die haben Vorrang - auch deutlich angezeigt durch Ampeln.

Und offenbar überfordert diese Situation immer wieder Autofahrer: Sich müssen auf den Kreisverkehr achten, auf Fußgänger und auf Stadtbahnen. Der Kurt-Schumacher-Platz ist seit Jahren als Unfallschwerpunkt bekannt. Immer wieder stoßen Autos mit Stadtbahnen zusammen.

Viele Unfälle - viele Schilder und Ampeln

Im Oktober 2013 gab es dort sogar zwei Unfälle mit Autos und Stadtbahnen innerhalb einer Woche. Nach ebenfalls mehreren aufeinanderfolgenden Unfällen im Frühjahr 2014 begutachtete auch die Verkehrskommission der Stadt den Platz zusammen mit der Polizei.

Darauf installierte die Stadtverwaltung neue Ampeln, die permanent Lichtsignale geben und nicht nur bei einer durchfahrenden Stadtbahn rot aufleuchten. Dazu gibt es Ampeln direkt auf Augenhöhe von Autofahrern. Der Kreisverband des Auto Club Europa (ACE) fordert eine noch klarere Regel: Die Ampeln sollten demnach vor dem Kreisverkehr stehen, um diesen dadurch verkehrsfrei zu machen.

"Normalerweise ist die Verkehrssituation dort schon eindeutig"

Unfall Stadtbahn
Mitte November bog ein Mann statt nach rechts nach links in den Kreisverkehr am Kurt-Schumacher-Platz ein. Die Folge: Unfall mit einer Stadtbahn. Foto: Heike Kinkopf

Doch irgendwann kann man den Autofahrern nicht mehr besser helfen. "Normalerweise ist die Verkehrssituation dort schon eindeutig", sagt Christiane Ehrhardt, Leiterin des Amtes für Straßenwesen bei der Heilbronner Stadtverwaltung. Auch die Polizei sieht das so. Der Platz sei voll beschildert, außerdem gebe es Ampeln in Übergröße.

Beim bislang letzten Unfall vor einer Woche fuhr ein älterer Mann laut Polizei über die Friedrich-Ebert-Brücke Richtung Kreisel. Statt sich nach rechts in den Kreisverkehr einzuordnen, bog er nach links ab und stieß dort mit der Straßenbahn zusammen.

Neue Schilder sollen auf Rechtsverkehr hinweisen

"Wir haben Rechtsverkehr und nicht Linksverkehr", sagt Hagen Herrmann von der Polizei. Christiane Ehrhardt sieht das ähnlich: "Normalerweise fährt man unter keinen Umständen links in so einen Kreisverkehr."

Trotzdem geben die Verantwortlichen nicht auf, "um den Platz noch sicherer zu machen", wie die Polizei sagt. Die Stadtverwaltung will jetzt Schilder aufstellen, die auf den Rechtsverkehr hinweisen: weißer Pfeil auf blauem Grund. Schon kommende Woche könnten die Schilder stehen.

"Sonst wird immer gefordert, den Schilderwald zu lichten", sagt Christiane Ehrhardt. Für den Kurt-Schumacher-Platz ist es eben andersherum. "Wir machen das, damit es narrensicherer als narrensicher ist", sagt sie.
 

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