Klingenberger Geduld am Ende

„Umgehung sofort“ - 100 Unterschriften für Bürgerbewegung „Pro Heilbronn“

Von Franziska Feinäugle

Klingenberger Geduld am Ende
Ortsdurchfahrt statt Ortsumgehung: Unter dem Verkehr in der engen Theodor-Heuss-Straße leiden die Gesundheit der Anwohner und die Fassaden der Gebäude. Jetzt formiert sich neuer Protest. Forderung: „Sofort handeln“.Foto: Archiv/Dirks

Selten wird Geduld auf eine derart lange Probe gestellt wie die Geduld der verkehrsgeplagten Klingenberger: auf eine jahrzehntelange. Nun, da wegen der Verzögerungen mit der Saarlandstraße auch die Südostumfahrung Leingarten, die zugleich eine Westumfahrung Klingenbergs sein soll, wieder ferner in die Zukunft zu rücken droht, formiert sich Protest.

Auf Anregungen aus dem kleinsten Heilbronner Stadtteil hat die von Rep-Stadtrat Alfred Dagenbach geführte Bürgerbewegung „Pro Heilbronn“ in der stark belasteten Theodor-Heuss-Straße Unterschriften gesammelt: Mehr als 100 der Anwohner haben unterschrieben. Zu einer Protestversammlung am Freitagabend kamen zwei Dutzend Interessierte.

Das Ergebnis ist keine Überraschung, verdient aber dennoch, betont zu werden: Die Anwohner sind „nicht gewillt, noch weitere Jahre auf die Beendigung des alltäglichen untragbaren Zustands zu warten“, heißt es in einer Pressemitteilung der Bürgerbewegung. Sollte die von der Bürgerinitiative geforderte Untertunnelung der Saarlandstraße kommen, so dürfe das nicht zu Lasten der Klingenberger gehen, darüber ist man sich im kleinen Stadtteil einig.

Protest Auch der Unterschied zwischen der Klingenberger Ortsdurchfahrt und der Saarlandstraße war am Protestabend Thema. Die Saarlandstraße sei von Anfang an als Zufahrtstraße von und nach Heilbronn konzipiert worden, betont die Bürgerbewegung. „Sie wurde zu diesem Zweck frühzeitig vierspurig ausgebaut und hat auf beiden Seiten breite Grünstreifen, nach denen sich die Klingenberger Bürger sehnen würden.“ In Klingenberg „fahren die großen Lastzüge in zwei Meter Abstand an der Bettlade vorbei“, erinnert Klingenbergs Bezirksbeiratssprecher Georg Wittgen (SPD), der dem Protestabend beigewohnt hat und das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Bezirksbeiratssitzung nehmen will.

Mit Blick nach Kirchhausen denken die Klingenberger laut über effektive Protestmethoden nach. Aber es gibt Unterschiede. Wittgen: „Wenn wir in Klingenberg auf der Fahrbahn parken, können wir, anders als in Kirchhausen, dafür belangt werden.“