Jeder Zehnte nutzt die Diakonie

Am Samstag stellen sich diakonische Einrichtungen bei einem Fest auf dem Kiliansplatz vor

Von Gertrud Schubert

Jeder Zehnte nutzt die Diakonie
Auch das ist Diakonie: In der Schule für Erziehungshilfe Heilbronn, der Alice-Salomon-Schule, helfen die Kinder beim Kochen. Insgesamt nutzen in der Region 45 000 Frauen, Männer und Kinder die Angebote der Diakonie.Foto: Archiv/Sattar

Heilbronn - Mitten im Leben“ ist das Motto der Woche der Diakonie. Und mitten in Heilbronn präsentieren sich am Samstag, 23. Juni, auf dem Kiliansplatz 12 diakonische Einrichtungen aus Stadt und Landkreis Heilbronn. Mit dabei sind unter anderem die Evangelische Jugendhilfe, die Stiftung Lichtenstern und die Offene Hilfe.

Wenn die alte Mutter nicht mehr allein zurecht kommt; wenn Schwangere Rat brauchen, wie sie das Leben mit dem Kind überhaupt finanzieren sollen; wenn Eltern bei der Kindererziehung plötzlich an Grenzen stoßen: In solchen Fällen sind die Mitarbeiter der Diakonie gefragte Helfer.

3000 Hauptamtliche arbeiten in Stadt und Landkreis Heilbronn in über 30 Einrichtungen. Sie zählen alle miteinander zum sozialen Dienst der Evangelischen Landeskirche Württemberg und führen nicht nur ihr eigenes Logo, sondern nutzen auch das Kronenkreuz der Diakonie als Markenzeichen. 2000 ehrenamtliche Mitarbeiter engagieren sich zudem direkt in diesen Einrichtungen „im Dienst am Nächsten“.

45 000 Frauen, Männer und Kinder, rund zehn Prozent der Bevölkerung in beiden Kreisen, nutzen jedes Jahr das weit gefächerte Angebot der Diakonie. Da ist der Senior mitgezählt, der mit der Diakonie auf Reisen geht, und das verhaltensauffällige Schulkind, das in der Heilbronner Alice-Salomon-Schule für Erziehungshilfe besondere Widmung erfährt.

Die zahllosen Einkäufer in den Secondhandläden von Diakonie Heilbronn und Aufbaugilde erfasst die Statistik natürlich nicht, obwohl auch sie von diesem kirchlichen Angebot profitieren. Das soziale Engagement in den evangelischen Kirchengemeinden bleibt in der Zahlenliste der guten Taten ebenfalls außen vor, erklärt Karl-Friedrich Bretz, der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Heilbronn.

Ein Regionalverband soll künftig die Arbeit der 30 diakonischen Einrichtungen in der Region Heilbronn überschaubar machen und besser koordinieren. Dort laufen dann alle Fäden zusammen, wer, was, wo macht. Hilfe kann sich gegenseitig besser ergänzen und aufeinander abgestimmt werden. Unnötige Konkurrenz soll vermieden werden, Karl-Friedrich Bretz: „Die können wir uns gar nicht leisten. Es geht eher um den effektiven Einsatz und die Bündelung von Kräften.“ Verwaltungsarbeiten etwa könnten zusammengefasst werden.

Die Woche der Diakonie begann mit einem Spendenaufruf am Sonntag in den Kirchen. Auch während der Woche werden Spenden gesammelt, die in Stuttgart zentral verwaltet und dann für einzelne Projekte wieder ausgeschüttet werden.

Der Tag der Diakonie beginnt am Samstag um 10 Uhr mit einer Andacht, die der neue Prälat Hans-Dieter Wille hält. Bis 16 Uhr folgt ein unterhaltsames Bühnenprogramm auf dem Kiliansplatz. An Ständen ringsum informieren diakonische Einrichtungen über ihre Arbeit.