Champions feiern auf dem Heilbronner Volksfest

Heilbronn  Das Unterland ist eine erfolgreiche Sportregion. Wer das bisher nicht nicht wahrhaben wollte, wurde am Sonntagabend auf dem Heilbronner Volksfest eines Besseren belehrt.

Von Alexander Bertok

 

Im großen Göckelesmaier-Zelt auf der Theresienwiese war Championsday-Zeit. Traditionell werden zum Abschluss des ersten Fest-Wochenendes Meister- und Aufsteiger-Teams für ihre Erfolge der abgelaufenen Saison geehrt. 

Auf der Festzeltbühne wurde es in diesem Jahr eng. Uwe Ralf Heer sprach von der „Göckelesmaier-Arena“. Der Chefredakteur der Heilbronner Stimme/Hohenloher Zeitung/Kraichgau Stimme nahm zusammen mit Festwirt Karl Maier und Uwe Framke als Vertreter der Löwenbräu-Brauerei die Ehrung der Mannschaften vor, während sich im weiten Rund die Sportler zuprosteten, sich ihre Göckele schmecken ließen und nach dem offiziellen Teil ausgelassen feierten. Die Teilnahme am Championsday ist eine kleine Belohnung der sportlichen Leistungen, gleichzeitig auch Ansporn für die bevorstehende Runde.

20 Mannschaften

Der diesjährige Abend der Champions geht in die Volksfest-Geschichte ein. 24 Teams waren eingeladen, 20 sind gekommen und sorgten für einen Rekordbesuch von weit mehr als 300 Athleten, Sportlerinnen, Trainer und Funktionären. Abgesagt hatten unter anderem die Bundesliga-Handballfrauen und die Rugby-Neubundesligisten der Neckarsulmer Sport-Union. Die Vorbereitung auf die zweite Saison in der höchsten deutschen Spielklasse verhinderte das Erscheinen der NSU-Grazien. 

Erstliga-Flair gab es dennoch reichlich. Die Turner der KTT Heilbronn, die starken Männer aus Heinsheim, das Snooker-Team der TSG Heilbronn, die NSU-Triathleten und die Red-Devils-Ringer des VfL Neckargartach im SV Heilbronn sind im nationalen Sportgeschehen in der obersten Spielklasse verteten. Sie alle waren gekommen, um gemeinsam zu feiern. 

Doppelten Grund dazu hatten die Heilbronn Miners. Vergangenes Jahr in die dritthöchste Liga aufgestiegen, hatte das American Footballteam am Samstag (siehe Bericht unten) den Klassenerhalt perfekt gemacht. „Mitte der 90er Jahre haben wir schon einmal in der Regionalliga gespielt, doch mittlerweile hat sich unser Sport in Deutschland ganz schön weiterentwickelt“, sagt Miners-Vorstand Alexander Sodomann. „Unser Verein wurde 1994 gegründet, besteht aktuell aus 270 Mitgliedern, darunter 70 Prozent Jugendliche. Neben den Herren haben wir noch je eine U19, U17, U15 und U13, sowie drei Cheerleader-Teams. Im Schnitt schauen sich 450 Zuschauer unsere Spiele an, mit steigender Tendenz.“ 

Oben angekommen

Ganz oben angekommen sind die Neckargartacher Ringer. Mit dem Olympia-Fünften Eduard Popp und Weltmeister Frank Stäbler stehen im Team zwei Galionsfiguren. Am 3. September starten die Matten-Asse in ihre Bundesliga-Premierensaison. „Wir haben den ersten Heimkampf auf Sonntag verlegt, um allen Ringern in der Region, die samstagabends selbst im Einsatz sind, die Gelegenheit zu bieten, einmal die Bundesliga live zu erleben“, sagt Ringer-Boss Jens Petzold. „Läuft alles optimal, können wir das Viertelfinale um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft erreichen.“ Petzold verspricht nicht nur tollen Sport. „Wir wollen unseren Zuschauern einen gewissen Event-Charakter bieten, mit einer Lightshow und Cheerleadern.“

1. Bundesliga, damit kann auch die Billard-Abteilung der TSG Heilbronn mit ihrer Snooker-Mannschaft werben. Mitte September beginnt die Saison. „Vergangenes Jahr waren wir deutscher Meister im Teampokal, die Meisterschaft in der 2. Bundesliga war jetzt die Bestätigung unserer Leistung“, berichtet Team-Kapitän Pedro Chacon. Der Sportliche Leiter Thomas Dechant erzählt, dass es den Billard-Club seit 1987 gibt. „Zunächst eigenständig, seit 2004 gehören wir zur TSG Heilbronn.“ Knapp 60 Mitglieder zählt die Sparte mit sieben Snooker- und zwei Karambol-Teams. Die Heimspiele werden im TSG-Vereinsheim im Pfühlpark ausgetragen. 

 

Eingeladene Mannschaften

  • Fußball: Spfr. Lauffen (Bezirkspokalsieger), Türkiyemspor Obereisesheim (Meister Kreisliga A1), Neckarsulmer Sport-Union II (Meister Kreisliga A2), TSV Cleebronn (Meister Kreisliga A3), SG Stetten/Kleingartach (Meister Bezirksliga), SV Leingarten (Vizemeister Bezirksliga und Aufsteiger in die Landesliga), SV Leingarten (Bezirkspokalsieger der Frauen), Spvgg Oedheim (Meister Frauen Bezirksliga). 

  • Ringen: VfL Neckargartach im SV Heilbronn am Leinbach (Aufsteiger 1. Bundesliga).

  • Rugby: Neckarsulmer Sport-Union (Meister 2. Bundesliga und Aufsteiger 1. Bundesliga).

  • Turnen: KTT Heilbronn (Meister 2. Bundesliga und Aufsteiger 1. Bundesliga).

  • Triathlon: Neckarsulmer Sport-Union (Meister 2. Bundesliga und Aufsteiger 1. Bundesliga).

  • Schwimmen: Neckarsulmer Sport-Union (Mannschaftsmeister Oberliga und Aufsteiger 2. Bundesliga).

  • Gewichtheben: TSV Heinsheim (Meister 2. Bundesliga, Aufsteiger 1. Bundesliga).

  • Schießen: SSV Leingarten (Meister Württembergliga, Aufsteiger 2. Bundesliga).

  • Kanu: FV Union Böckingen (Drachenboot-Weltmeister 2017).

  • Tennis: TC Afriso Güglingen (Herren 30, Aufstieg in die Bundesliga).

  • Handball: Neckarsulmer Sport-Union (Frauen-Bundesliga, Mannschaft des Jahres Unterländer Sportlerwahl; Männer, Vizemeister Württembergliga, Aufsteiger in die Oberliga). SG Degmarn/Oedheim (Männer, Meister der Bezirksliga, Frauen Bezirkspokalsieger). SV Heilbronn (Männer, Bezirkspokalsieger). TSV Hardthausen (Frauen, Meister Bezirksliga).

  • American Football: Heilbronn Miners (Vizemeister Oberliga und Aufsteiger in die Regionalliga).

  • Snooker: TSG Heilbronn (Meister 2. Bundesliga und Aufsteiger 1. Bundesliga). tok