Impfaktion in Heilbronn läuft an
Von Ulrike Bauer-Dörr / dpa
Impfstoff
Die Spritze mit dem Impfstoff Pandemrix bohrt sich gut einen Zentimeter tief in den Oberarm ihres "Patienten". Schon ist der kaufmännische Geschäftsführer der SLK-Kliniken gegen die Schweinegrippe geimpft. "Hat gar nicht weh getan", versichert Jendges.
Gleich darauf ist der ärztliche Direktor Gerhard Sitzler dran. Er hat - von Hamburg kommend - erst am Montag am Klinikum Gesundbrunnen seinen Dienst angetreten und geht in Sachen Schweinegrippe-Impfung gleich mit gutem Beispiel voran.
Besondere Verantwortung
"Wir tragen als Krankenhausmitarbeiter eine besondere Verantwortung, denn wir gehören zu einem besonders infektionsgefährdeten Personenkreis." Wenn die große Schweinegrippe-Welle einmal anrollt, muss die Klinik funktionsfähig bleiben. Das Personal darf nicht reihenweise ausfallen oder gar die Patienten anstecken.
3000 Impfdosen hat Betriebsärztin Dr. Annette Most vor Wochen bestellt, tausend davon sind am Montag eingetroffen. 500 gehen ans Plattenwald-Krankenhaus. Am Donnerstag hat sie die ersten 40 Mitarbeiter von Klinik und Stadtverwaltung geimpft, darunter fünf Mitarbeiter vom Außendienst des Ordnungsamts. "Eine Massenbewegung ist noch nicht erkennbar", kommentiert Rathauspressesprecher Christian Britzke die ersten Reaktionen von 2000 Mitarbeitern.
Im Heilbronner Landratsamt in der Lerchenstraße sind einige wenige der 500 ausgelieferten Impfdosen für Landratsamtsmitarbeiter schon verabreicht worden. Bis in zwei Wochen können sich Freiwillige dort impfen lassen, obwohl "das Sache des jeweiligen Hausarztes wäre", sagt Pressesprecher Hubert Waldenberger. Bei Audi in Neckarsulm ist die Belegschaft aufgefordert, sich mit ihrem Hausarzt in Sachen Schweinegrippe-Impfung zu besprechen. Der betriebsärztliche Gesundheitsdienst impft derzeit nicht.
Saisonal
Während alle Welt von der Neuen Grippe spricht, läuft bei den niedergelassenen Ärzten die Impfung gegen die saisonale Grippe deutlich besser. Dr. Most hofft, dass die Impfbereitschaft beim Klinikpersonal dieses Jahr deutlich zunimmt: "In den letzten Jahren waren es hier keine 300 Mitarbeiter, die sich impfen ließen."
Schweinegrippe-Impfung
Der wegen seiner möglichen Nebenwirkungen in Verruf geratene Impfstoff Pandemrix ist erst in den kommenden Wochen im großen Stil verfügbar. Eine Impfung, heißt es inzwischen, genügt. Jetzt muss jeder für selbst entscheiden, ob die möglichen negativen Begleiterscheinungen der Impfung am Ende nicht weniger wiegen al s die positiven Effekte: Nicht ernsthaft krank zu werden und in seiner Umgebung keine Risikopatienten anzustecken, die daran womöglich sterben.
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