"Wir haben paradiesische Zustände"

Peter-Bruckmann-Schule feiert ihr fünfjähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür

"Wir haben paradiesische Zustände"
2400 Schüler gehen an die Peter-Bruckmann-Schule. Am kommenden Samstag haben Lehrer und Schüler ein vielschichtiges Programm zusammengestellt, um ihre Einrichtung der Öffentlichkeit zu präsentieren.Foto: Archiv/Sawatzki

Die - Die Peter-Bruckmann-Schule in Heilbronn hat etwas zu feiern. Anlässlich ihres fünfjährigen Bestehens veranstaltet die berufliche Landkreis-Schule einen Tag der offenen Tür am Samstag, 12. Februar, von 10 bis 15 Uhr in der Alfred Finkbeiner Straße 2. Schüler und Lehrer stellen ihre Arbeit in den Bereichen Nahrung, Pflege, Gesundheit und Hauswirtschaft vor. Im Vorfeld des Festtages hat Friedhelm Römer mit Schulleiter Karlheinz Volkmann gesprochen.

Herr Volkmann, Sie werben mit dem Slogan "Junge Schule für Ihre berufliche Zukunft". Welche Botschaft möchten Sie vermitteln?

Karlheinz Volkmann: Wir stehen für die Entwicklung der Persönlichkeit und dafür, dass wir die Schüler auf ihren künftigen Beruf vorbereiten. Wir wollen ihnen einen guten Start ins Leben geben. Darüber hinaus stehen wir für bestimmte Werte und orientieren uns an unserem Leitbild: Mut, Wertschätzung und Verlässlichkeit.

Welche Schwerpunkte setzen Sie am Tag der offenen Tür?

Volkmann: Wir wollen dabei unsere zukünftigen Schüler erreichen, außerdem die Fachöffentlichkeit und auch alle anderen Interessierten. Wir zeigen eine Leistungsschau. Dabei sind viele Schüler in diese Aktivitäten eingebunden.

Einige Themen, die Sie anbieten, wie Pflege oder Gesundheit, spielen eine zunehmend wichtige Rolle in unserer Gesellschaft. Können Sie diese Entwicklung an der Nachfrage Ihrer Schüler ablesen?

Volkmann: Ja, die gibt es eindeutig. Im Bereich Altenpflege haben wir früher zwei Eingangsklassen gehabt. Inzwischen sind es drei Klassen mit je 34 Schülern. Künftig werden wir vier Eingangsklassen haben. Auch die Weiterbildung in der Pflege spielt eine Rolle. Die Pflege ist der Wachstumsbereich an unserer Schule. Hier gibt es eine wachsende Nachfrage. Da stehen Ausbildungen zum Wohnbereichs-, Pflegedienst- und Stationsleiter an.

Welche Voraussetzungen müssen die Schüler erfüllen, die sich für die Weiterbildung in der Pflege interessieren und zu Ihnen an die Schule möchten?

Volkmann: Sie müssen eine Erstausbildung in der Kranken- oder der Altenpflege sowie zwei Jahre Praxis vorweisen können. Im Regierungsbezirk Stuttgart sind wir übrigens die einzige Schule, die die Ausbildung zur Fach-Hauswirtschafterin anbietet. Diese Ausbildung ist vorwiegend für die ambulante Pflege älterer Menschen vorgesehen.

Ist das Berufsfeld Hauswirtschaft weiterhin mit Frauen besetzt oder interessieren sich inzwischen auch Männer für die diesen Zweig?

Volkmann: Nein, das sind eindeutig Frauenberufe. Ich bin jetzt 14 Jahre lang Schulleiter hier. In dieser Zeit hat nur ein einziger Mann die Ausbildung in diesem Bereich wahrgenommen − aber rund 250 Frauen.

Was fehlt an Ihrer Schule?

Volkmann: Wir wünschen uns ein berufliches Gymnasium mit dem Profil Gesundheit und Pflege. Kultusministerin Marion Schick hat es uns bereits in Aussicht gestellt. Jetzt muss der Kreistag diesem Ansinnen noch zustimmen, dann kann es 2012/13 eingerichtet werden.

Welchen Eindruck haben Sie von Ihren Schülern in Bezug auf Lernbereitschaft, Engagement und Persönlichkeitsentwicklung?

Volkmann: Unsere Schüler kommen gerne in die Schule. Sicherlich trägt das neue Gebäude dazu bei und auch unsere engagierten Kollegen. Aber auch unser Leitbild wird wirklich gelebt. Wir haben kaum Schäden an unserem Gebäude, es gibt keinen Vandalismus und auch keine Schlägereien. Die große Mehrheit der Schüler möchte lernen und im Leben weiterkommen. Eigentlich haben wir paradiesische Zustände. Vielleicht liegt das ja auch an unserem hohen weiblichen Anteil von 78 Prozent.

"Wir haben paradiesische Zustände"

K. Volkmann

Foto: Archiv/Kinkopf