So läuft's beim Trolli am besten

Heilbronn  Am Sonntag findet der 17. Trollinger-Marathon statt. Um das größte und beliebteste Breitensportereignis der Region in vollen Zügen genießen zu können, haben wir ein paar Tipps für Sportler und Fans gesammelt.

Von Helmut Buchholz

So läuft’s beim Trolli am besten
So weit die Füße beim Trollinger-Marathon tragen: Die Meteorologen haben gutes Läuferwetter vorausgesagt. Soll heißen: Es wird nicht zu warm, so dass durchaus Bestzeiten beim Wettkampf drin sind. Foto: Archiv/  

Der Heilbronner Trollinger-Marathon ist das größte und das beliebteste Breitensportereignis in der Region. Bis jetzt haben sich mehr als 7200 Teilnehmer angemeldet, über 1000 Helfer sorgen dafür, dass alles wie am Schnürchen läuft. Tausende Fans und Zuschauer werden am Sonntag, 7. Mai, wieder die Strecke säumen.

Alle zusammen sorgen für das besondere Flair, für das der Trolli bekannt ist. Wer auch die 17. Auflage der Großveranstaltung in vollen Zügen genießen will, egal ob Läufer, Fan oder Zaungast, kann ein paar gute Tipps gebrauchen. So läuft es beim Trolli am besten.

Hier kann man sich nachmelden

Für alle Disziplinen gibt es noch Startplätze, inklusive Mini-Marathon, Kinder- und Jugendläufe. Nur beim Staffelmarathon sind keine Nachmeldungen möglich. Wer sich noch kurzfristig entscheidet, dabei sein zu wollen, hatte am Samstag von 12 bis 19 Uhr Gelegenheit, sich im Marathonmarkt hinter der Tribüne am Heilbronner Frankenstadion nachzumelden.

Am Sonntag, dem Wettkampftag, sind Nachmeldungen ab 7 Uhr jeweils bis rund eine Stunde vor dem Start der einzelnen Disziplinen möglich. Der Startschuss für den Marathon fällt um 8.45 Uhr in der Badstraße, für die Halbmarathoniken geht es um 10.15 Uhr an gleicher Stelle los.

Live-Blog

stimme.de wird den 17. Trollinger-Marathon unter anderem mit einem Live-Blog begleiten. Dort werden Redakteure und Fotografen Stimmen und Stimmungen rund um die Großveranstaltung einfangen. Schon jetzt lohnt ein Blick in den Trolli-Blog, wo etwa erste Eindrücke von den Vorbereitungen oder Infos zu Straßensperrungen zu finden sind: >>> Trolli-Blog: Warmlaufen für Sonntag

Originellste Kostüme werden wieder prämiert

So läuft’s beim Trolli am besten
So sehen Sieger aus: Wer im Heilbronner Frankenstadion über die Ziellinie läuft, ist ein Gewinner. Egal, wie schnell der Läufer war. Foto: Archiv/  

Übrigens: Auch in diesem Jahr werden wieder die schönsten und originellsten Kostüme und Verkleidungen der Läufer mit einem Weinpräsent prämiert. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt: Bei den vergangenen Trollis waren schon Läufer in Bärenkostümen und Bollwerksturm-Outfit dabei.

Selbst eine komplette Tischtennismannschaft inklusive am Körper angeschnallter Tischtennisplatte absolvierte als Gruppe den Halbmarathon − und erntete mit ihrem Auftritt entlang der Strecke jede Menge Ovationen. Auch das macht den Trollinger-Marathon aus.

Die Läufer sollten sich ihre Kraft gut einteilen, denn der kombinierte Landschafts- und Stadtlauf hat zwar eine prächtige Kulisse. − ist aber durch sein ausgeprägtes Höhenprofil nichts für Mimosen. Am langen Anstieg vor dem Haigern nach den ersten zehn Kilometern haben sich schon viele überschätzt. Deshalb heißt es hier: langsam laufen, Energie sparen. Nicht umsonst heißt der Gipfel auf dem Haigern im Läuferjargon "Kotzgrenze".

"Kotzgrenze" auf dem Haigern

Am Ende der Strecke in Klingenberg wartet auf die Teilnehmer noch mal ein brutales Stück Asphalt. Der Abschnitt kurz vor Böckingen ist nicht nur kerzengerade und zieht sich ganz schön hin. Hier fehlt auch weitgehend das Publikum, das sonst die Trollianer anfeuert und verbal trägt. Darum ist dieser Rat für das öde Stück der beste: Alles, was man als Läufer von den Bands und Fans an der Strecke vorher einsaugen kann, um sich zu motivieren, sollte man auch wirklich voll mitnehmen. Das hilft ein bisschen in der Not. Und: In Böckingen wird es dann bis zum Zieleinlauf wieder etwas lebendiger.

Für die Fans gibt es einige Stellen, in denen das besondere Flair des Trollinger-Marathons am intensivsten rüberkommt. Klar, die Starts in der Badstraße verursachen nicht nur Läufern ein Kribbeln im Bauch. Der Startschuss wirkt fast wie ein Sektkorken, der beim Aufmachen knallt. Das Fest geht los.

Entlang der Strecke wird gefeiert

Bei den zahlreichen Partys an der Strecke ist zum Beispiel in Flein immer eine prächtige Stimmung. Was den Trolli aber auch von vielen anderen Läufen abhebt, sind die zahlreichen kleinen Privatfeste entlang der Strecke. Viele stellen einfach eine Biertischgarnitur mit Grill auf, jubeln den Läufern zu − oder lassen einfach laut Musik zum Rennen laufen. "All das wünschen wir uns wieder", sagt Trolli-Organisator Wilfried Raatz. "Man kann auch mit Kochtöpfen und anderen Lärminstrumenten die Teilnehmer unterstützen. Die freuen sich darüber."

Marathonluft kann man aber auch in der Marathonmesse im Zelt hinter dem Frankenstadion und rund um die Arena schnuppern. Und zwar schon am Samstag und natürlich vor allem am Wettkampftag, dem Sonntag. Wie die Läufer schon wie Pferde vor Aufregung vor dem Start mit den Hufen scharren, lässt sich hier tatsächlich hautnah spüren und beobachten.

Wie wird das Wetter?

So läuft’s beim Trolli am besten
Um 8.45 Uhr startet der Marathon am Sonntag. 10.15 Uhr geht es dann mit dem Halbmarathon weiter.

Alle Prognosen sagen diesmal keine Hitzeschlacht voraus. Das ist eine eine sehr gute Nachricht für die Läufer. Denn Trollinger-Marathon-Veteranen haben schon Rennen erlebt, an die sich lieber nicht erinnern wollen. Organisator Raatz nennt die voraussichtliche Witterung "Läuferwetter".

Soll heißen: Die Temperaturen sind wie geschaffen dafür, persönliche Bestzeiten zu laufen. Veronica Clio Hähnle-Pohl, Vorjahressiegerin und auch Favoritin für den 17. Frauen-Marathon, hat schön angekündigt, eine neue Bestmarke setzen zu wollen. Dann muss die Topathletin, die für die TSG 1845 Heilbronn startet, 2.51 Stunden unterbieten. "Das könnte ich drauf haben", sagt sie.

Wer das reinste Trolli-Gefühl erleben will, ist im Frankenstadion bei den Zieleinläufen goldrichtig. Wie die Läufer nach den Strapazen und einem mehr oder weniger gequälten Lächeln auf dem Gesicht über die Ziellinie laufen und ihre Medaille umgehängt bekommen, das ist schon ganz großer Sport für die Athleten und großes Kino für die Zuschauer.