Weihnachtszirkus setzt trotz Eiseskälte Höhenflug fort

Heilbronn  Auch wenn es knapp 1000 Besucher weniger als im Vorjahr waren: Die Macher des 18. Heilbronner Weihnachtszirkus’ sind vom Gastspiel in der Käthchenstadt erneut äußerst angetan.

Von unserem Redakteur Carsten Friese

76.000 Gäste strömten zu den 36 Vorstellungen. Bei einem Spieltag mehr waren es 2015/2016 rund 77.000 Besucher, die Bestmarke liegt bei 80.000 Gästen (Jahr 2014).

"Wir sind sehr zufrieden. Und auch die Artisten waren vom Publikum begeistert. So eine tolle Stimmung im Zelt haben sie selten erlebt", zieht Zirkusmacher Sascha Melnjak ein positives Fazit. Keine Unfälle, keine schlimmeren Verletzungen: "Eine rundum gelungene Sache."

 

 

Viele Vorstellungen waren ausverkauft, vor allem zwischen Weihnachten und Silvester. In den letzten Tagen, als die Temperaturen vor allem abends draußen eisig und Straßen glatter wurden, gab es einige Absagen bei vorreservierten Karten.

Besucher und Tiere mussten nicht frieren. Der Elefantenstall war nach Melnjaks Angaben konstant auf 15 bis 20 Grad geheizt, die Hunde lebten mit im Wohnwagen, die sibirischen Kamele seien Kälte gewohnt. Und das Zelt habe man zum Teil morgens ab 8 Uhr hochgeheizt. Mit einem Verbrauch von 30.000 Litern Heizöl rechnet er − gut 10.000 Liter mehr als im milden Vorjahr.

Lieblinge

Als Publikumslieblinge hat der Zirkuschef die Messoudi-Brüder mit ihrer besonderen Schwerkraft-Darbietung (siehe Foto) und Clown Henry ausgemacht. Dass wie bei den Messoudis Zuschauer schon während einer Nummer aufstehen und stehend applaudieren, kommt nicht oft vor.

Jetzt ist der Blick bereits auf die neue Saison gerichtet. Vom 20. Dezember 2017 bis 7. Januar 2018 wird der Weihnachtszirkus wieder auf der Theresienwiese in Heilbronn gastieren. Mit einem "ganz anderen Programm", verspricht der Zirkusmacher. Beim berühmten Festival in Monte Carlo werden die Organisatoren nächste Woche genau hinschauen. Fest verpflichtet wurde bisher eine neue Nummer: Melnjak spricht von Bisons, die von einem deutschen Tierlehrer dressiert werden.

Bei einer Abendvorstellung kamen die Zirkusmacher ins Schwitzen. Als die Elefantennummer dran war, kamen weder Mensch noch Tiere. Grund: Der Dompteur war vor dem Fernseher eingenickt. Er konnte geweckt werden, die Nummer wurde nach hinten verlegt. "Das", sagt Melnjak lachend, "haben wir in 18 Jahren Weihnachtszirkus auch noch nicht erlebt."

Neuer Vertrag

Drei Mal darf der Weihnachtszirkus nach dem laufenden Vertrag noch Wildtiere zeigen, ab 2020 müsste nach dem Verbot der Stadt damit Schluss sein. Melnjak hofft, dass es für exotische Tiere im Zirkus eine bundesweite Regel gibt. Wenn einige Städte mit Verboten vorpreschen, andere es erlauben, "hat niemand etwas davon". Bundesweit gebe es kein Wildtierverbot, verweist er auf Gespräche mit dem Landwirtschaftsminister. Indes: Ein Vertrag für drei weitere Jahre Weihnachtszirkus ist unterschrieben.