Manege frei für Heilbronner Weihnachtszirkus

Heilbronn  35 Artisten aus aller Welt zeigen noch bis 6. Januar auf der Heilbronner Theresienwiese atemberaubende Akrobatik. Rund 80.000 Zuschauer erwarten die Veranstalter zu den 30 Vorstellungen.

Von Carsten Friese

 

Ein geglückter Weltrekordversuch im akrobatischen Reifensprung, Salti auf dem Todesrad in zwölf Meter Höhe und ein Elefant, der rechnen kann: Das rund zweieinhalbstündige Programm mit 13 Nummern und 35 Artisten kommt bei den Gästen prima an.

Eine spannende Zirkusshow, gespickt mit international ausgezeichneten Künstlern, haben Sascha Melnjak und Uwe Gehrmann wieder zusammengestellt. Ein lautes "Oaahh" rufen Besucher aus, als zwei junge Kolumbianer auf dem sich drehenden Todesrad für Nervenkitzel sorgen. Sprünge auf der Außenhaut der zwei rotierenden Käfige unter dem Dach der Zirkuskuppel sind nur die Vorstufe zu einer Salto-Kür in der Kreisbewegung, die das Duo problemlos meistert.

Als Gummimensch, der seinen Körper zu einem Knäuel verknoten kann, präsentiert sich Cesar Pindo. Es tut beim Zuschauen fast weh, als er Arme und Beine scheinbar mühelos um seinen Körper wickelt. Selbst in eine kleine Kiste kann er seinen gesamten Körper pressen − nachahmen ist nicht zu empfehlen.

Erfrischend: die Tierdressuren mit Erwin Frankello. Spielerisch präsentiert er Kunststücke mit zwei Elefanten, wobei "Zita" mit einem kleinen Stock im Rüssel und Schlägen auf einen Tisch sogar leichte Rechenaufgaben löst. Als freche Künstler präsentieren sich zwei Seelöwen, die ihren Trainer ein ums andere Mal auflaufen lassen, schräge Melodien singen und einen Watscheltanz mit Pirouetten drauf haben.

 

 

Für Slapstick-Auflockerung sorgt Clown Cesar Dias, mit Gelfrisur, Hornbrille, roter Fliege und Lackschuhen ein moderner Vertreter seines Fachs. Kraft und Anmut demonstriert das Männer-Duo Kvas bei der Partnerequilibristik, die im freihändigen Kopfstand auf dem Kopf des Kollegen gipfelt. Äußerst sehenswert: der Auftritt der Truppe Pronin auf der russischen Doppelschaukel. Sie fliegen rückwärts, vorwärts, mit Salti und Schrauben durch die Luft und landen jedes Mal sicher auf der schwingenden zweiten Schaukel auf der Gegenseite.

Mittendrin

Zum Finale sorgen chinesische Reifenspringer für einen weiteren Augenschmaus. In schneller Folge fliegen sie mit Flick-Flack- oder Salti-Sprüngen durch aufgebaute Reifen. Als der Reifenturm 3,90 Meter misst, kündigt der Moderator Weltrekordhöhe an. Ein Artist rennt über Matten an, katapultiert sich hoch −und fliegt durchs oberste Hindernis. Tosender Applaus für eine unglaubliche Leistung.

"Das Programm ist wieder super", lobt der Böckinger Michael Sabatelli (21) in der Pause. Er war von den wirbelnden Rollschuhartisten Duo Medini für eine Zuschauernummer ausgewählt worden, war plötzlich mittendrin im rotierenden Kreisel auf Rollschuhen. Bammel? "Es war cool, so was ist einmalig", sagt er. Er vertraue den Artisten − denn sie wüssten genau, was sie tun.

 

Infos

Vorstellungen bis zum 6. Januar täglich um 15.30 und 20 Uhr. Heiligabend gibt es nur eine Vorstellung um 14 Uhr. Am Neujahrstag ist spielfrei und am Dienstag, 6. Januar, gibt es eine Dank- und Abschiedsvorstellung um 15.30 Uhr.

Tickets: Die Eintrittspreise liegen zwischen 17 und 40 Euro (ermäßigt 15 bis 35 Euro). Vorverkauf bei allen bekannten Reservix-Vorverkaufsstellen in der Region, unter der Ticket-Hotline 0700 598 000 00 sowie online unter www.weihnachtscircus.com