DAV erweitert und modernisiert Alpinzentrum

Heilbronn  Die Sektion Heilbronn im Deutschen Alpenverein erweitert und modernisiert ihr Alpinzentrum am EnBW-Standort in Heilbronn. Für rund drei Millionen Euro entstehen eine Boulderhalle und ein 16 Meter hoher Kletterturm.

Von unserem Redakteur Joachim Friedl

DAV erweitert und modernisiert Alpinzentrum
Diese Grünfläche erwirbt die DAV Sektion von der EnBW und errichtet darauf eine Boulderhalle und einen Kletterturm. Das unter Denkmalschutz stehende alte E-Werk, das heutige Alpinzentrum, wird erweitert und modernisiert.Foto: Mario Berger

Beim Deutschen Alpenverein, Sektion Heilbronn, wird mit Hochdruck die Zukunft gestaltet.

Vergessen sind die Unstimmigkeiten bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung im September 2015, als sich nach emotionaler Debatte eine klare Mehrheit gegen den Bau einer City-Boulderhalle auf dem Bundesgartenschau-Gelände ausgesprochen und sich stattdessen für die Modernisierung und Erweiterung der bisherigen Kletterarena auf dem EnBW-Gelände an der Lichtenbergerstraße entschieden hatte.

Nachdem das Regierungspräsidium Stuttgart nach intensiver Prüfung des Sicherheitsabstands zum EnBW-Kraftwerk unter dem Gesichtspunkt der Störfall-Richtlinie jetzt grünes Licht gegeben hat, wird der Mitgliederbeschluss noch in diesem Jahr umgesetzt. Ausrufezeichen setzt der Verein im 125. Jahr seines Bestehens mit einer neuen, 34 x 30 Meter großen Boulderhalle und einem 16 Meter hohen Außenkletterturm.

Holzkonstruktion

"Wir verhandeln am Wochenende mit dem DAV-Hauptverein in München wegen einer Förderung und stellen bei der Bauverwaltung Heilbronn den Bauantrag", nennt Sektionsvorsitzender Bernd Bührer die nächsten Schritte. Die Gesamtkosten belaufen sich auf drei Millionen Euro. Ein Betrag, der den Verein mit seinen 12 500 Mitgliedern einige Jahre belasten wird. Deshalb sagt Bührer: "Wir freuen uns über jeden Sponsor."

DAV erweitert und modernisiert Alpinzentrum
Das Bild zeigt im Vordergrund den 16 Meter hohen Kletterturm und dahinter die neue Boulderhalle. Sie ist über einen Steg mit dem Altbau verbunden.Animation: DAV

Errichtet werden die Halle mit einer Boulderfläche von 825 Quadratmetern und der Kletterturm auf der 4400 Quadratmeter großen Wiesenfläche neben der Kletterarena. Die Sektion erwirbt dafür das Gelände von der Energie Baden-Württemberg AG zum Preis von 450 000 Euro. "Bei der nicht unterkellerten Halle handelt es sich um eine Holzkonstruktion mit großen Fensterfronten. Die Empore bietet Zuschauern ausreichend Platz. An der Außenwand wird ein Boulderbereich mit 80 Quadratmetern geschaffen", erläutert Sektions-Vorstandsmitglied Volker Lang den Neubau.

Alpenstube

Über einen Steg wird die neue Halle mit dem Altbau verbunden. In dem unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen E-Werk hat Architekt Christoph Sailer eine völlig neue Raumaufteilung vorgesehen. Durch den zentralen Eingang gelangen die Besucher zu den Bereichen DAV-Service, Theke, Verleih, Sportstätten und Umkleiden. Gegenüber dem Foyer wird ein Aufenthaltsbereich, die Alpenstube, und ein Wintergarten errichtet. Erweitert werden die Büros der Geschäftsstelle: "Die Mitarbeiter arbeiten seit Jahren in sehr beengten Verhältnissen", beschreibt Sektions-Chef Bernd Bührer die Situation.

Im bestehenden Seilkletterbereich wird eine neue, 18,5 Meter hohe Wand eingebaut, die von beiden Seiten beklettert werden kann. "Somit können im Erdgeschoss verstärkt Breiten- und Leistungssportler trainieren, während im Obergeschoss die Möglichkeit besteht, Kurse für Anfänger oder Veranstaltungen abzuhalten", nennt DAV-Geschäftsführer Thomas Pfäffle die Vorteile.

Wunsch

Damit die Modernisierung und Erweiterung des Alpinzentrums langfristig auf einem soliden Fundament steht, wird die Sektion mit der EnBW einen Mietvertrag für den Altbau über weitere 25 Jahre abschließen. In diesem Zusammenhang äußert Volker Lang einen Wunsch: "Es wäre schön, wenn die EnBW den historischen Altbau optisch etwas aufwerten würde."