Umstrittene Studie anders gelesen: „Werbung für Trollinger“

Spritzmittelrückstände im Wein seien „zwar wie alles messbar, aber gesundheitlich nicht relevant“, betont Rebenexperte Walter Kast. Zwischen letzter Spritzung und Lese müssen mindestens drei Wochen liegen, oft seien es bis zu zwei Monate.


Weinsberg - Spritzmittelrückstände im Wein seien „zwar wie alles messbar, aber gesundheitlich nicht relevant“, betont Rebenexperte Walter Kast. Zwischen letzter Spritzung und Lese müssen mindestens drei Wochen liegen, oft seien es bis zu zwei Monate. „Rückstände bauen auch die Hefen während der Gärung ab.“ So seien die Analysewerte von 40 Weinen, die das Pestizid-Aktionsnetzwerk (PAN) unter der Schlagzeile „Giftcocktail in jeder Weinflasche“ als Sensation verbreitete, „für Konsumenten völlig undenklich“. Dies bestätigt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Die Pestizid-Konzentration aller Weine liege unter der erlaubten Marke.

Richtig gelesen könne man mit der PAN-Studie sogar Werbung für Württemberger machen, erklärt Kast. Der an den Pranger gestellte Lauffener Trollinger habe sich gar als einer der reinsten erwiesen. „Obwohl in unseren Breiten der höchste Pilzdruck herrscht, betreiben wir offenbar den effektivsten Pflanzenschutz.“ Einen Fall für den Staatsanwalt nennt Kast dagegen einen Öko-Tropfen aus Burgund. In ihm steckte drei Mal so viel Pyrimethanil wie im Trollinger: Diese Dosis sei zwar völlig harmlos, aber der Wirkstoff für Ökos eigentlich verboten. kra