Trillerpfeifen gegen Parolen

Schwaigern/Öhringen  Etwa 100 Gegendemonstranten waren bei der Kundgebung der Partei "Die Rechte" Samstagmittag in Schwaigern. Auch in Öhringen gingen im Rahmen von "Hohenlohe wacht auf" 50 Gegner der Flüchtlingspolitik auf die Straße.

Von unseren Redakteuren Thomas Dorn und Bettina Hachenberg

Rund 100 Menschen haben sich am Samstagmittag lautstark gegen eine Kundgebung der Partei „Die Rechte“ in der Schwaigerner Fußgängerzone gestellt. Polizisten schirmten die etwa 20 Mitglieder und Sympathisanten der rechtsnationalen Gruppierung ab. Deren gegen Ausländer und Flüchtlinge gerichtete Parolen gingen allerdings weitgehend im ohrenbetäubenden Lärm der Gegendemonstranten unter, die mit Trillerpfeifen und Rätschen angerückt waren und immer wieder „Nazis raus“ und „Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda“ skandierten.

Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit

Unter die Schwaigerner Bürger hatten sich auch etliche junge Leute der Antifa-Szene gemischt. Auch ein halbes Dutzend Stadträte aus verschiedenen Fraktionen machte gegen die Kundgebung Front. Die Liste der Grünen und Unabhängigen (LGU) hatte noch kurzfristig auf ihrer Homepage dazu aufgerufen, ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit zu setzen. „Es kann nicht sein, dass wir einer solchen Partei das Feld überlassen“, sagte LGU-Stadtrat Bernd Mayer am Rand der Kundgebung. „Da müssen wir Flagge zeigen.“ Mit der Reaktion der Schwaigerner war auch SPD-Rätin Andrea Vollmer sehr zufrieden. „In Öhringen haben sie zu lange zugeschaut, jetzt gibt’s dort bald jede Woche Kundgebungen.“

Nach etwa einer Stunde wurde die bis 14 Uhr angemeldete Versammlung vorzeitig abgebrochen. Die Vertreter der Rechten wollten anschließend nach Eppingen und Bretten weiterziehen. 

Proteste in Öhringen friedlich

Ohne Zwischenfälle verlief die 18. Kundgebung von "Hohenlohe wacht auf". Bei strömendem Regen versammelten sich am Samstagnachmittag nach offiziellen Angaben der Polizei knapp 50 Gegner der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung auf dem Parkplatz an der Alten Turnhalle. Zwölf Gegendemonstranten hatten sich am Parkhaus Alte Turnhalle eingefunden. Die Polizei war mit 35 Einsatzkräften vor Ort.

Bei Polizei und Ordnungsamt angemeldet war auch ein erneuter Umzug durch die Innenstadt. Mit Deutschland-Fahnen mit Trauerflor und selbst gebastelten Plakaten zogen die Asylgegner mit "Merkel muss weg"- und "Wir sind das Volk"-Rufen von der Hunnenstraße über Schiller-, Ebert-, Bahnhof-, Post- und Rathausstraße durch die Altstadt über die Uhland- und Hunnenstraße zurück zur Alten Turnhalle.

Nachdem die Stadt wegen der Vorbereitungen zur Landesgartenschau weitere Demonstrationen an der Alten Turnhalle untersagt hat, findet dort am kommenden Samstag die vorerst letzte Kundgebung von "Hohenlohe wacht auf" an diesem Platz statt. Wie Frank Stransky vom städtischen Ordnungsamt sagte, wollten die Organisatoren der rechten Kundgebungen weitermachen. Stransky: "Wie und wo ist noch völlig offen."