Studie: Bedenkliche Belastung für Kinder

Heilbronn  Die Daten passen ins Bild und bestätigen langfristige Messungen der Landesanstalt für Umwelt (LUBW) in der Heilbronner Innenstadt.

Nach einer Studie der Uni Heidelberg im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion gibt es auch im Bereich von Heilbronner Schulen und Kindergärten problematische Werte des Luftschadstoffs Stickstoffdioxid. Am Messtag (11. Dezember 2015) waren alle Tagesmittelwerte "mindestens leicht erhöht". Bei berechneten Jahresprognosen seien alle Werte erhöht, ein Wert überschreite den Jahresgrenzwert deutlich und weitere "liegen klar im Grenzbereich", heißt es in der Studie. Es sei "mit einer bedenklichen Belastung der Kinder" in den Einrichtungen zu rechnen.

Das Institut für Umweltphysik hat in fünf Städten im Bereich von Kindereinrichtungen gemessen: München, Heilbronn, Köln, Essen und Leipzig. An allen Orten seien Werte deutlich erhöht gewesen, ist ein Fazit; in Köln und Essen wurden bedenklich hohe Werte gemessen, die niedrigsten in Leipzig, München und Heilbronn lagen in der Mitte.

Lüft-Empfehlung

Auffallend ist, dass in Heilbronn einige Standorte in verkehrsarmen Straßen liegen und dennoch erhöhte Stickstoffdioxid-Werte aufweisen, die vor allem aus Dieselabgasen und fossilen Kraftwerken stammen. Die Wissenschaftler führen das auf eine "hohe Hintergrundbelastung" in der Stadt zurück. Stickoxide verursachen in hohen Konzentrationen Atemwegserkrankungen, können bei Kindern Bronchitis und Asthma verstärken. Für einen anonymisierten Schulstandort schreiben die Autoren, das Lüften zur Hauptstraße hin sei bei der gemessenen hohen Konzentration "nicht zu empfehlen".

Im April hatte die Stimme mit Daten der festen Messstation in der Weinsberger Straße berichtet, dass die Belastung mit Stickoxiden in den letzten Jahren dauerhaft über dem Grenzwert gelegen hatte. cf