Kaufland eröffnet in Ilsfeld Filiale im neuen Design

Ilsfeld  Aus vielen Puzzlestücken wird ein neues Kaufland: In Ilsfeld wurde am Mittwochabend die erste Filiale in der Heimatregion der Schwarz-Gruppe mit dem neuen Konzept des Lebensmittelhändlers präsentiert. Ab heute ist das neue Kaufland geöffnet.

Von Manfred Stockburger

Heute beginnt mit der Eröffnung des neues Kaufland-Markts in Ilsfeld ein neues Zeitalter für das Unternehmen: Erstmals ist in der Heimatregion der Schwarz-Gruppe das neue Ladenkonzept des Handelsunternehmens in seiner Gänze sichtbar. Und damit die Vision, die Vorstandschef Patrick Kaudewitz und Deutschland-Chef Richard Lohmiller für das Unternehmen in den letzten Jahren erarbeitet haben.

Wertiger und frischer kommt das neue Kaufland daher, bessert strukturiert und mit mehr Regionaltät im Sortiment. Ordentlicher. Mit einer Fleisch- und Käsetheke, an der die Kunden bedient werden. Und vor allem mit einem offenen Eingangsbereich, der den Kunden fast das Gefühl gibt, in einen Markt zu gehen, nicht mehr in einen angestaubten Großflächendiscounter.

 

Ware wird weiterhin aus dem Karton verkauft

"So sieht jetzt ein richtiges Kaufland aus", sagt Lohmiller, der beim Rundgang gleichzeitig großen Wert darauf legt, dass auch die neue Filiale auf effiziente Abläufe getrimmt ist. Das heißt zum Beispiel, dass die Ware in der Regel aus dem Karton verkauft wird. Mit etwa 90 Mitarbeitern kommt der 3300 Quadratmeter große Markt damit aus.

Auch am Sortiment hat das Unternehmen nachjustiert, nachdem die Bereinigung des Warenangebots zahlreiche Kunden verärgert hatte. Vor allem mit mehr Regionalität wollen die Neckarsulmer punkten. Schließlich wurde die Deutschlandorganisation von Kaufland eigens regionalisiert, damit sie näher am Kundengeschmack arbeitet. Das neue Konzept ist für das Unternehmen, in dem zuletzt kein Stein auf dem anderen geblieben ist, außerordentlich wichtig für die weitere Entwicklung. Der Erfolgsdruck ist entsprechend groß.

Neubau dauerte drei Monate länger

Drei Monate länger als geplant hat der Neubau des Ilsfelder Marktes gedauert, weil das Unternehmen das Projekt im vergangenen Herbst nochmals gestoppt und umgeplant hat. "Damit wir alle neuen Dinge reinbekommen", wie Richard Lohmiller erklärt. Aber auch das Layout wurde noch einmal geändert: Der Backshop steht jetzt direkt neben dem Obst und Gemüse und am Eingang gibt es keine hässlichen Barrieren mehr - die Ware ist jetzt elektronisch gegen Diebstahl gesichert. Und Kunden, die nur schnell etwas Obst und Convenience-Artikel suchen, müssen nicht mehr zwangsweise durch den gesamten Markt gehen.

Der Stolz ist Lohmiller und seinen Mitarbeitern bis hin zu Marktleiterin Olga Bur deutlich anzumerken - auch wenn Bur am Vorabend des großen Andrangs schon ein bisschen nervös ist. Zumindest Ilsfelds Bürgermeister Thomas Knödler gibt sich zuversichtlich, dass die Frequenz in der neuen Filiale größer sein wird als in sämtlichen öffentlichen Einrichtungen, die er in den vergangenen Jahren eröffnet haben.

Die Unterschiede liegen im Detail

Die Unterschiede zum alten Kaufland liegen im Detail - und in der Art und Weise, wie sich die vielen Kleinigkeiten zu einem stimmigen Konzept zusammenfinden: Holzoptik und moderne LED-Beleuchtung, die Icons, die den Kunden mehr Orientierung im Mark geben sollen, breitere Gänge, die größere Raumhöhe, niedrigere Regale, die gar nicht mehr abgesägt wirken. Damit der Markt auch weiterhin aufgeräumt wirkt, soll die Angebotsware künftig nicht mehr so lange im Markt herumgeschoben werden, bis sie irgendwann dann doch einen Käufer gefunden hat.

Natürlich gibt es in Ilsfeld auch nur noch das neue Kaufland-Logo. Die eigens für das Unternehmen entwickelte Schrift löst die Vielzahl verschiedener Typographien ab, beim Obst- und Gemüse arbeiten die Neckarsulmer mit digitalen Preisschildern. Dazu passen die Kassen, an denen die Kunden ihre eigenen Waren selbst scannen können. Sie stehen in Ilsfeld nicht irgendwo versteckt in der Ecke, sondern genau dort, wo der Hauptgang die meisten Kunden zur Kassenzone führt, normale Kassen gibt es aber natürlich weiterhin.

Nicht Edeka, Rewe, Lidl - sondern ein eigener Stil

Nicht Edeka oder Rewe will man gleichen, aber auch nicht Lidl. Auch wenn es in manchen Details durchaus parallelen zum Schwesterunternehmen gibt. Lohmiller spricht vom eigenen Stil, den das Unternehmen sich erarbeitet habe. "Wir haben uns massiv verändert", sagt der Kollege aus der Immobilienabteilung, der die Bauzeit bei der Eröffnungsfeier Revue passieren lässt. Der zuständige Geschäftsführer Martin Köhler spricht von "Neuland in vielen Bereichen".