Infotour durch die Neckar-Anliegergemeinden

Kirchheim  Atomkraftgegner haben am Samstag bei einer Infotour vor dem geplanten Castortransport auf dem Wasserweg von Obrigheim nach Neckarwestheim gewarnt.

Von unserem Redakteur Friedhelm Römer

Infotour durch die Neckar-Anliegergemeinden

Atomkraftgegner protestieren vor dem Kirchheimer Rathaus gegen die angekündigten Castortransporte von Obrigheim nach Neckarwestheim.

Foto: Friedhelm Römer

 

Mit einer Infotour durch die Neckar-Anliegergemeinden haben Atomkraftgegner vom Bündnis "Neckar Castorfrei" am Samstag auf sich aufmerksam gemacht. Die 15-köpfige Gruppe startete ihre sogenannte "Infowelle" bei winterlichen Temperaturen vor dem Rathaus in Kirchheim, ehe sie mit Nordheim, Lauffen und Talheim weitere betroffene Gemeinden besuchte.

Aktion

Hintergrund der Aktion, die in den kommenden Wochen flussabwärts fortgesetzt werden soll, ist der geplante Transport von 15 Castoren mit 342 hochradioaktiven Brennelementen vom stillgelegten Atomkraftwerk in Obrigheim zum GKN nach Neckarwestheim. Diesen Transport will die Energie Baden-Württemberg auf dem Neckar durchführen. Auf fünf Schiffen soll die gefährliche Fracht eineinhalb Tage lang transportiert werden.

"Wir erleben hier eine Weltpremiere mit einem Castortransport auf einem Binnengewässer. Dieser Weg ist der gefährlichste überhaupt", kritisiert Gottfried May-Stürmer vom BUND die Aktion. Der Transport sei nicht nur ein Skandal, weil er auf dem Neckar passiert, sondern weil das Wasser, das in den Rhein fließt, auch Trinkwasserreservoir sei.

Was soll stattdessen mit den Brennelementen von Obrigheim passieren? Gottfried May-Stürmer hat hier keine Antwort parat: "Es gibt keine Lösung." Solange es kein Endlager gebe, solle der Atommüll in Obrigheim bleiben.

Schiffe könnten sinken, warnt May-Stürmer, auch wenn die EnBW das Gegenteil behaupte. Und einen Kran, der ein havariertes Schiff bergen könne, gebe es offenbar auch nicht. May-Stürmer wies in seiner kurzen Rede am Kirchheimer Rathaus auch auf die geologischen Probleme in Neckarwestheim hin.

Nutzung

Die EnBW hat die Genehmigung zur Nutzung des Zwischenlagers in Neckarwestheim für GKN-fremden Atommüll erhalten. Die Transportgenehmigung steht allerdings noch aus. Dafür ist das Bundesamt für Entsorgungssicherheit (BfE) zuständig. Die Behörde muss aber strengere Maßstäbe als bisher für den Transport anlegen.

Franz Wagner vom Aktionsbündnis "Neckar Castorfrei" sagt: "Wir möchten auch in den Anliegergemeinden der Transportstrecke ein Gegengewicht zu den Beschwichtigungen der EnBW setzen."