In USA erschossener Tiger gehörte zum Weihnachtszirkus

Atlanta/Heilbronn  Bei dem im US-Staat Georgia erschossenen Tiger handelt es sich um ein Tier des Dompteurs Alexander Lacey, der im Dezember mit seiner Raubtiernummer im Heilbronner Weihnachtszirkus auftreten wird.

Von Bärbel Kistner

In USA erschossener Tiger gehörte zum Weihnachtszirkus
Das Foto entstand beim ersten Auftritt Laceys in Heilbronn 2005. Foto: Kistner  

Dies hat Zirkusdirektor Sascha Melnjak auf Stimme-Anfrage bestätigt. Der sechsjährige Tiger namens Suzy war in einem Wohngebiet umhergelaufen und hatte einen Hund angegriffen. Polizisten haben das Zirkustier aus Sicherheitsgründen erschossen.

Tiger verschwand aus Transportbox

Laut amerikanischen Medienberichten ist der Tiger in Atlanta aus seiner Transportbox verschwunden. Ein Lastwagen sollte die 14 Zirkustiere von Florida nach Memphis bringen, von dort sollten sie nach Deutschland fliegen. Dass ein Tiger fehlte, wurde erst bei der Ankunft in Tennessee bemerkt.

"Offenkundig wurde der Tiger mit Absicht herausgelassen", sagt Weihnachtszirkuschef Melnjak. Anders könne er sich das nicht vorstellen, als dass jemand das Tier vermeintlich befreien wollte. "Das ist eine tragische Geschichte für uns alle und besonders für Alex Lacey", beklagt Melnjak. "Er wird total am Boden zerstört sein, denn er liebt seine Tiere und lebt für sie."

Auch interessant: 2011 hat die Stimme über den Dompteur ausführlich berichtet

Bisher habe er Lacey noch nicht erreichen können. Alex Lacey war bereits mehrfach in Heilbronn in Zirkusprogrammen zu sehen. "Dompteur mit Leib und Seele" schrieb die Heilbronner Stimme 2010 über den heute 41-jährigen Engländer, der bereits mit 17 mit seinen Tieren auftrat.

Peta meldet sich zu Wort - Propagandavorwurf

Die Tierrechtsorganisation Peta nutzt den Vorfall, um die Forderung nach dem Verbot gefährlicher Tiere in Zirkussen zu unterstreichen und appelliert an OB Harry Mergel, die "Vorführung der Großkatzen in der Nähe des Hauptbahnhofs zur Abwehr von Gefahren zu untersagen" .

Melnjak findet es "geschmacklos", das Peta das Geschehen "für seine Propaganda nutzt". Er traut den Tierrechtler sogar zu, den Käfig selbst geöffnet zu haben, "um einen Medienskandal zu erwirken."

In einem Grundsatzbeschluss hatte die Stadt Heilbronn entschieden, Zirkusse mit Wildtieren nicht mehr zuzulassen. Der Weihnachtszirkus hat wegen eines Vertrages bis 2019 eine Übergangsfrist.