Frauenbewegung auf der Fünf-Kilometer-Strecke

Heilbronn  453 Frauen gehen beim Soroptimist-Benefizlauf für einen guten Zweck an den Start. Aus den Einnahmen werden soziale Aktivitäten finanziert.

Von Manfred Stockburger

Frauenbewegung auf der Fünf-Kilometer-Strecke
Schon beim Start hat Gewinnerin Veronica Hähnle-Pohl mit der Startnummer 1 die Nase vorn. Foto: Matthias Heibel

Was ist kein Triathlon, dennoch Teil der Challenge Heilbronn und vor allem weiblich? Der Frauenlauf des regionalen Clubs Soroptimist. Und wie am gesamten Wochenende geht es dabei um Sport, aber nicht in erster Linie. Sondern um den Spaß an der Bewegung und einen guten Zweck.

"Anderswo bekomme ich Geld, wenn ich starte", sagt Siegerin Victoria Hähnle-Pohl, die auch den Trolli gewonnen hat. "Beim Frauenlauf bezahle ich das Startgeld, es ist ja für einen guten Zweck." Das Motto der Veranstaltung, die ein fester Teil des Triathlon-Wochenendes geworden ist, lautet nicht umsonst "laufend helfen".

Noch ist Veronica Hähnle-Pohl nicht Mitglied in dem Frauenclub, auch wenn Sprecherin Natalie Schuler-Perrin sich über weitere junge Mitglieder wie die Lokalmatadorin freuen würde. Aber zumindest wird Hähnle-Pohl nächstes Jahr wieder dabei sein, verspricht die Heilbronnerin nach dem Zieleinlauf - "wenn ich nicht schwanger bin".

Soziale Aktivitäten des Frauenclubs

Mit dem Lauf erwirtschaften die Soroptimistinnen über Startgelder, Kuchenverkauf und Sponsoren genügend Geld, um ihre sozialen Aktivitäten zu finanzieren. So bekommen die Jugendliche in Haupt- und Werkrealschulen, die ihre Noten am meisten verbessert haben, vom Frauen-Club den Sprinterpreis, wie Schuler-Perrin erklärt. Geld geht aber auch an das Heilbronner Frauenhaus. Dr. Ute Stölze, die deutsche Soroptimist-Vizepräsidentin, ist "sehr beeindruckt" von der Veranstaltung, für die sie eigens aus Frankreich anreiste.

Fünf Kilometer weit ist der Weg vom Start in der Oberen Neckarstraße bis zum Ziel bei der Experimenta, und für die anderen Läuferinnen außer Hähnle-Pohl muss er sich deutlich weiter anfühlen als für die Siegerin, die am Ende mit einer Zeit von 17:36 mehr als zwei Minuten Minuten Vorsprung vor der Zweiten hat. Bei den Walkerinnen hat Elke Trutzenberger in 30:18 Minuten die Nase vorn, was ihr unter den Läuferinnen einen beachtlichen 160. Platz beschert hätte. Von 337.

Aber die Stimmung ist für alle gut, am Start sorgt dafür die ehemalige Triathlon-Profi-Sportlerin Heidi Sessner. Sie macht mit den 453 Starterinnen Aufwärmübungen. Sich und anderen Gutes tun, darum geht es schließlich. Für viele Teilnehmerinnen ist die Challence der Einstieg ins organisierte Laufen, heißt es. "Mädels, seid Ihr bereit?", fragt Heidi Sessner. "Wir wollen uns ja nicht verletzen."

Die Hampelmänner, die sie die Frauen machen lässt, sind wohl das, was männlichen Wesen beim Start am nächsten kommt. Beim Mithelfen sind die Männer aber dennoch gefragt - die eigenen und Befreundete, wie Natalie Schuler-Perrin erklärt: "Wir brauchen sie auch beim Frauenlauf. Alle werden eingespannt." Das hat sich in den 14 Jahren seit der ersten Auflage der Veranstaltung eingespielt.