Das Land zieht mit

Weitere Zuschüsse für geplantes Weinkompetenzzentrum − Votum des Gemeinderats steht noch aus

Von Thomas Dorn

Das Land zieht mit
Im Brackenheimer Schloss könnte es bald ums Thema Wein gehen.Foto: Dorn

Brackenheim - Am Land Baden-Württemberg soll das geplante Weinkompetenzzentrum im Brackenheimer Schloss nicht scheitern. Nach den 196 000 Euro, die jüngst aus dem Tourismus-Topf des Wirtschaftsministeriums bewilligt wurden, liegt seit Mitte dieser Woche auch der Bewilligungsbescheid des Landwirtschaftsministeriums über 149 000 Euro aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) im Rathaus vor.

Rat entscheidet Ob das ehrgeizige Projekt tatsächlich verwirklicht wird, muss der Brackenheimer Gemeinderat entscheiden. Denn von den veranschlagten 2,4 Millionen Euro Gesamtkosten wird rund eine Million von der Stadt aufzubringen sein. Zu viel angesichts knapper gewordener Mittel und etlicher Bauvorhaben, die bereits angelaufen sind? Bürgermeister Rolf Kieser will das Thema in Kürze auf die Tagesordnung setzen. Er befürwortet die Sache: "Wir sollten das machen."

Der Begriff Weinkompetenzzentrum ist nur ein Arbeitstitel. Dahinter steht die Überlegung, das Schloss einer neuen Nutzung zuzuführen und dabei das Thema Wein in den Mittelpunkt zu stellen. So sieht das vorläufige Konzept aus:

Der Gewölbekeller könnte zur Weinerlebniswelt werden, in der das Thema Wein "in neuer Form vermittelt wird", so Kieser. Auch die Landesausstellung "Reinen Wein einschenken", den die Stadt bekanntlich vom Haus der Geschichte erworben hat, hätte hier ihren Platz.

Im Erdgeschoss, das noch bis 2011 den Polizeiposten beherbergt, soll es ein neues gastronomisches Angebot geben. Eventuell könnte auch das Obergeschoss in diesem Zusammenhang genutzt werden.

Komplett neu gebaut würde − neben dem Schloss − eine Vinothek, als Ersatz für die Weininfothek.

Für Rolf Kieser ein Projekt mit landesweiter Ausstrahlung. "Wir rechnen mit 10 000 Besuchern pro Jahr", sagt der Bürgermeister. Er erkennt Vorteile für viele Seiten:

Das Land als Eigentümer des Gebäudes hätte auf längere Sicht eine Nutzung des Gebäudes.

Die Stadt, aber auch die TG Heilbronner Land, hätte einen weiteren touristischen Anziehungspunkt.

Die Innenstadt würde aufgewertet, das bescheidene gastronomische Angebot erweitert.

Von mehr Gästen könnte auch der Einzelhandel profitieren.

Finanzierung Neben den bereits bewilligten Fördermitteln werden weitere 500 000 Euro vom Land für die Sanierung des Gebäudes erwartet. In die Finanzierung eingeplant sind außerdem 300 000 Euro vom Weinbau, vor allem für den Bau der neuen Vinothek. Der Bürgermeister ist dazu mit Genossenschaften und privaten Weingütern im Gespräch.

Für Kieser sollte die konkrete Planung möglichst noch dieses Jahr anlaufen. Doch zuvor braucht es ein Ja des Gemeinderats. Bekannt ist, dass es dort nicht nur Befürworter gibt.