Der Mann, der in Tripsdrill für gute Laune und Musik sorgt

Cleebronn  Stefan Göggel ist ein echter Tüftler: Mit seinen mobilen Musikmaschinen begeistert der gelernte Automechaniker die Besucher im Erlebnispark Tripsdrill. Denn zum Musikmachen braucht er nur am Rande klassische Musikinstrumente.

Von Stefanie Pfäffle

Er bringt die Menschen zum Lachen und Staunen
Fahrbares Gerät mit Sonnenschirm und allerlei Klangmöglichkeiten: Stefan Göggel zieht mit seinen mobilen Musikmaschinen im Freizeitpark Tripsdrill Blicke und Ohren auf sich. Foto: Stefanie Pfäffle

Kinder bleiben stehen, Erwachsene genauso. Sie sind fasziniert. Was hat es mit diesem Wirrwarr an Instrumenten auf sich? Als Stefan Göggel dann auch noch aufsitzt und beginnt, in das große Didgeridoo zu blasen und gleichzeitig Sitar, Schlagzeug, Klingeln und und und zu spielen, strahlen die Gesichter - und die Faszination nimmt zu.

Zum zweiten Mal war Göggel alias GöG in diesen Sommerferien mit seinen mobilen Musikmaschinen im Erlebnispark Tripsdrill zu Gast und hat dabei jede Menge Lachen erzeugt. "Wenn Kinder glücklich sind, macht mich das glücklich. Das ist mein Antrieb", erzählt der Reutlinger.

Ein Aha-Erlebnis

Seit 30 Jahren spielt der gelernte Automechaniker das australische Didgeridoo. "Ich hab das einmal auf einer Kassette gehört und war verzaubert. Ich wusste sofort: Das wird eine große Rolle in meinem Leben spielen", erinnert er sich. Dann kam die indische Sitar dazu. "Als ich es geschafft habe, beide Instrumente gleichzeitig zu spielen, quasi als Ein-Mann-Fusion, kam schnell die Idee auf, dass ich zwischen den Liedern Geräusche machen sollte, um den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten", erklärt der Kunsthandwerker.

Ein besonderes Erlebnis: Als er zum ersten Mal "hilflos mit dem Shaker am Fuß rumgezappelt" ist, fiel sein Blick auf eine Nähmaschine. Die Folge war ein Geistesblitz: Mit einem Schwungrad könnten sich die Geräusche erzeugen lassen. Noch besser, die Rhythmus-Instrumente.

Mix aus Technik und Klang

Göggel beginnt zu tüfteln. Seine erste Maschine wird ein wahres Wunderwerk an Technik und Klang. Fünf Jahre später können 29 Instrumente mit dem alten Spinnrad bedient werden. Nur mechanisch reicht dem 49-Jährigen aber nicht, da steckt jede Menge Elektronik drin, quasi ein ganzes Studio mit Mischpult. So ist die Musikmaschine fahrbar, natürlich elektrisch. Und der große, asiatisch anmutende Sonnenschirm, der das rollende Gefährt schmückt, hat WLAN, damit Göggel ihn vom Tablet aus in verschiedenen Geschwindigkeiten drehen lassen kann.

"Für mich lag die Herausforderung darin, die Grenzen zwischen neuer und alter Musik, zwischen Mensch und Maschine verschwimmen zu lassen." Als er das Gefährt zum ersten Mal auf den Straßen von Reutlingen ausprobiert, ist er selbst begeistert. "Es hat mich zwar unheimlich viel Überwindung gekostet, aber nach zwei Stunden konnte ich sehen: Damit bringe ich eine ganze Stadt zum Lachen."

Ganz schön schwer

So viel Technik hat ihr Gewicht. 300 Kilogramm wiegt Musikmaschine Nummer eins. Es ist ein Tagesgeschäft, sie auf- und abzubauen. Eine zweite, einfachere, muss her. Hier verbindet er zwölf Instrumente, alles ist rein mechanisch, sie funktioniert ohne Verstärker, ist also auch leiser, und ohne die Sitar ändert sich der Musikstil.

An dieser Maschine ist viel leichter zu erkennen, wie die Geräusche erzeugt werden. Viele Elemente wie die bunten Glocken hat er extra für die Kinder angebracht. "Kinder sind kleine Wunder, es ist unbezahlbar, wenn ich die bezaubern kann."

Anfrage aus Katar

Inzwischen sind die Musikmaschinen zu einem Beruf geworden. Stefan Göggel bespielt Paraden und Automessen, Rockfestivals und Tage der offenen Tür mit seinen Eigenkompositionen. "Ich stehe überall davor, und die Leute gehen schon mit einem Lachen rein." Sogar aus Katar und Russland kamen schon Anfragen, aber dafür ist der Transport zu kompliziert. Wobei: Inzwischen gibt es auch eine flugtaugliche Miniversion für internationale Aufträge. Ein Tüftler ist halt nie am Ende.

Schirm mit Pyro-Effekten

Das nächste Mal wird Stefan Göggel alias GöG voraussichtlich am 30. und 31. Oktober bei "Feuer und Flamme" in Tripsdrill sein. Für diesen Anlass tüftelt der Reutlinger bereits an Ideen für Pyro-Effekte am Schirm seiner Musikmaschine. "Ich könnte mir da was mit Wunderkerzen vorstellen. Wenn sich der Schirm dreht, gibt das bestimmt schöne Effekte", überlegt er. Ganz sicher ist das Engagement aber noch nicht.