Für ein besseres Selbstbewusstsein

170 Schüler kicken bei der Mini-WM im Frankenstadion um den Pokal

Von Stefanie Sapara

Für ein besseres Selbstbewusstsein
Südafrika gegen Italien (blaue Trikots): Wer macht das erste Tor? 16 Mannschaften der Alice-Salomon-Schule Heilbronn und Christian-Heinrich-Zeller-Schule aus Eppingen-Kleingartach traten bei der Mini-WM an.Foto: Dittmar Dirks

Heilbronn - Japan ist Weltmeister! Zumindest gilt das für die Mini-WM im Heilbronner Frankenstadion. Dort kickten 170 Schüler der Alice-Salomon-Schule Heilbronn und der Christian-Heinrich-Zeller-Schule aus Eppingen-Kleingartach um den Pokal. Wenn es auch nur eine Nachbildung ist. Mit der Aktion verfolgt Organisator David Menner ein klares Ziel: "Die Kinder sollen integriert werden, mit all ihren Stärken und Schwächen, mit ihrer Andersartigkeit." Beide Schulen sind Erziehungshilfeschulen und gehören zur Diakonischen Jugendhilfe Region Heilbronn (DJHN).

"Das Thema Integration erhält bei uns eine etwas andere Bedeutung", sagt DJHN-Mitarbeiter Menner. "Manche Kinder sind einfach anders, und das ist auch gut so."

Respekt Nicht immer ist Unterricht für Kinder etwas Positives, "vor allem an unseren Schulen nicht", sagt Menner. Umso wichtiger sei es, ein Event auf die Beine zu stellen, bei dem Schule einmal anders erlebt wird: als ein Ort, wo man Selbstbewusstsein tanken kann. Regeln einhalten, Gegner und Mitspieler respektieren, den Wettkampf und faires Spiel miteinander verbinden − hier geht es um mehr als nur den Sieg.

Alle 16 Klassen durften sich ein Nationalteam aussuchen. Sponsoren sorgten dafür, dass jedes Team die passenden Trikots bekam. "Die sehen wirklich stark aus", sagt Thomas Heinrich von der Alice-Salomon-Schule mit stolzem Blick auf sein Shirt. Der 15-Jährige ist an diesem Morgen um 5 Uhr aufgestanden. "Ich habe heute früh schon trainiert", berichtet er. Schließlich will er vorbereitet sein. Gleich hat er mit seiner Mannschaft das erste Spiel. Seine Klasse stellt das argentinische Team, in der ersten Begegnung treten sie gegen Japan an. "Ins Halbfinale zu kommen, das wäre gut", sagt er. Sein Mitschüler Stephen Mertins pokert noch höher: "Wir schaffen es ins Finale." Damit soll der 14-Jährige sogar Recht behalten: Argentinien belegt am Ende den zweiten Platz, den Pokal bekommt Japan − überreicht vom Popduo Sternblut, das mit seinem Auftritt musikalisch für Stimmung sorgt.

Strahlend Orange Im Frankenstadion bietet sich an diesem Tag ein kunterbuntes Bild: In allen Farben strahlen die Trikots der Schülermannschaften. "Meine Klasse hat sich die Elfenbeinküste ausgesucht, wegen der orangefarbenen Trikots", sagt Lehrerin Ute Rembold und lacht. Aufgeregt sind ihre Jungs, aber glücklich. "Das Turnier ist gut für den Zusammenhalt, die Schüler haben sich selbst geeinigt, wer Kapitän wird und wer Auswechselspieler." 1:0 gewinnen sie das erste Gruppenspiel. Luca Pflug strahlt, er hat das Tor geschossen. "Fast hätte ich noch ein zweites Mal getroffen", sagt der Elfjährige voller Eifer. Dann flitzt er rüber zum Fußballparcours − dort kann man Dribbeln und Weitschuss üben. Oder einen Abstecher zum Fanschminken machen: Die Flagge seines Teams trägt am Ende fast jeder auf der Backe.