Schwestern in Aktion

Mini-Musical beschert den Zuschauern einen unvergesslichen Abend

Von unserer Mitarbeiterin Anita Ludwig

Schwestern in Aktion
Rückkehr in die Gemeindehalle nach Lampoldshausen: Die sechs junggebliebenen Frauen präsentieren auf mitreißende Art ihre sinnigen Texte.Foto: Anita Ludwig

Hardthausen - Wie bedankt man sich bei seinen Mitarbeitern für Zuverlässigkeit, Bereitschaft und Einsatzfreude? Joachim Bauer, Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinden in Lampoldshausen und Kochersteinsfeld hatte eine Idee: Einen Abend mit den Sister Action und ihrem Mini-Musical. Die Truppe, ehemals aus Bad Mergentheim, hat vor einigen Jahren schon einmal in der Gemeindehalle in Lampoldshausen sinnige Texte mitreißend präsentiert. Gedacht, getan und so wirbelten am Samstagabend die sechs junggebliebenen Damen mit ihrer Botschaft über die Bühne.

Keine Werbung Udo Frank, der Mann mit dem Überblick, der das Ganze vor Ort mit organisierte, brauchte sich nicht groß um Werbung zu kümmern. Er wusste bereits im voraus, "dass die Halle voll wird." Er hatte Recht. Trockene Reiswaffeln als kulinarische Herausforderung und eine Woche Schweigen gegen sündige Gedanken und lose Zungen? Nein, so kann und darf es nicht bleiben in diesem Kloster, das nur noch wenige Schwestern, alle mit hübschen Blumennamen, beherbergt. Die Mutter Oberin weiß keinen Rat gegen die drohende Verarmung, aber den Vorschlag ihrer Nonnen, die Hilfe einer Ehemaligen in Anspruch zu nehmen, lehnt sie kategorisch ab. Nie mehr diese Person, die wegen Insubordination (Gehorsamsverweigerung) aus dem Orden ausgeschlossen wurde. Die Nonnen handeln trotzdem und rufen die Ungehorsame um Hilfe an. Mit Laptop und DVD, roten Schuhen, Lippenstift und schriller Tasche zur Nonnentracht erläutert die Abtrünnige den staunenden Blümchen ihr Rettungskonzept: "Was haben ein Gefängnis und ein Kloster gemeinsam?" Richtig. Eine Zelle. Aber ins Gefängnis geht eher niemand freiwillig. Dem Kloster aber sollen die Mauern eingerannt werden. Und so singen und tanzen die "Sisters" gegen den anfänglichen Widerstand der Mutter Oberin unter dem Motto "Zelle frei!" die Interessierten, Sinnsuchenden und Gestressten herbei und in ihren Bann.

Hochzeit Der Erfolg gibt der 1994 gegründeten Gruppe Recht. "Es begann damals bei der Hochzeit eines der Mädels". Ralf Bauer ist der Techniker vor Ort und von Anfang an mit dabei. "Der Song aus Sister Act, dem bekannten Film um Whoopie Goldberg und die Nonnen, ’I will follow him’, war der Auslöser."

Das Konzept war erfolgreich. Mit eingängigen Songs von Abba über die Blues Brothers und die Weather Girls bis zu DJ Bobo, zu denen die Frauen zum Teil eigene Texte schreiben sowie einer kleinen Rahmenhandlung, treten sie mittlerweile in ganz Deutschland auf. Gerade die Texte fand auch Severine Gärtner-Heinitz "toll. Wenn man das hört, kann man nicht glauben, dass das Laien sind." Nach zwei Zugaben war klar, dass Pfarrer Joachim Bauer seinen Mitarbeitern und vielen anderen Gästen mit dieser Idee wohl einen unvergesslichen Abend bereitet hat.