Namibia - Faszinierende Erlebnisse in unendlicher Weite
Von Uwe Ralf Heer
Der erste Eindruck sollte auch der letzte sein. Diese Weite, diese unendliche Weite. Und diese Ruhe. Diese unendliche Ruhe. Namibia – für die Stimme-Leser eine Abenteuerreise in eine andere Welt. Man lässt sich fallen und kann loslassen – in einem afrikanischen Staat, dreimal so groß wie Deutschland, aber nur mit rund 1,8 Millionen Einwohnern. Hier bekommt der Begriff Einsamkeit eine völlig neue Bedeutung. 15 Jahre nach seiner Unabhängigkeit bietet das Land mit den deutschen Wurzeln eindrucksvolle An- und Aussichten.
Von Windhoek in die Wüste
Nach neuneinhalbstündigem Flug mit Air Namibia trifft die Reisegruppe in der namibischen Hauptstadt Windhoek ein. Von Beginn an beeindruckt Reiseleiter Jochen Pampe mit einem fundierten Wissen über seine Heimat und den Rest der Welt. Geschichten und Hintergründe verkürzen die Busfahrten über das weite Land. Tausende Kilometer fliegen in den nächsten zehn Tagen an der Reisegruppe vorüber. Ständig wechselnde Eindrücke, malerische Landschaften, Wüste, Berge und Natur pur im stetigen Wechsel. Am Abend des ersten Tages ist die Aoub Lodge am Rande der Kalahariwüste erste Station. Durchatmen nach langem Flug und anstrengender Busreise bei kühlem Bier und köstlichem Springbock am Spieß – dazwischen afrikanische Eindrüke im Kerzenlicht, als der Strom sich verabschiedet...
Frühaufsteher reisen zu Hamburger Schwestern
Abfahrt 6 Uhr. Frühaufsteher sind nicht nur an diesem Tag im Vorteil. Von der Kalahari geht’s in die Namibwüste. Durch Maltahöhe, den trockensten Distrikt des Landes. Auch hier herrscht längst Landflucht: Die beiden großn Städte Swakopmund und Windhoek wachsen, das weite Land stirbt immer mehr aus. Auch eine traurige Realität in diesem riesigen Staat. Ein Zwischenstopp auf Schloss Duwisib erinnert an deutsche Kolonialvergangenheit: Hier hatte 1907 ein sächsischer Baron ein Schloss mit Materialien aus Europa gebaut – heute ein Museum und Zeitzeuge kolonialen Größenwahns. Am frühen Abend wird die Gästefarm Hammerstein erreicht – eine Hamburgerin betreibt mit ihrem namibischen Gatten und ihrer Schwester eine erstklassige Unterkunft.
Sand-Bergsteiger im Morgengrauen
Tapfer quält sich die Gruppe am nächsten Morgen um 4 Uhr aus den Federn. Es geht in die Sanddünen des Sossusvlei. Eine einmalige Wüstenlandschaft mit rot schimmernden Dünen und Bergen, die immer wieder ihr Antlitz verändern. In der Namibwüste, der ältesten Wüste der Welt, erklimmen die deutschen Urlauber eine 100 Meter hohe Sanddüne – über schmale Grade ein abenteuerlicher Aufstieg. Der Tag endet nach stundenlanger Fahrt über Schotterpisten in Swakopmund, wo man für diesen Stress im Strandhotel mit einem exzellenten Menü belohnt wird.
Robben und deutsche Kolonialgeschichte
Der Tag in Swakopmund – ein Tag zum Entspannen. Nach dem Besuch der Robbenstation am Atlantik steht Shopping in der zweitgrößten Stadt des Landes an – ein Teil der Gruppe nutzt den Nachmittag für einen Flug über die Skelettwüste. Rund 20000 Einwohner leben in Swakopmund, wo deutsche Spuren allgegenwärtig sind. An Straßenschildern, an Häusern und Restaurants. Wie im deutschen Brauhaus, wo ein deftiges Essen wartet, ehe der Abend im Lighthouse ausklingt. Dazwischen gibt’s die Möglichkeit, das schlechte Gewissen nach all den kulinarischen Köstlichkeiten mit einem ausgedehnten Lauf an der Strandpromenade zu beruhigen.
Marathon-Etappe Richtung Natur-Idylle
Der 6. Tag verlangt den Mitreisenden noch einmal alles ab. Früh raus, lange unterwegs, spätabends am Ziel. Rund 550 Kilometer werden zwischen Swakopmund und Outjo zurückgelegt – mit vielseitigen Programmpunkten wie der Besichtigung der Felsenmalereien im Damaraland, dem Besuch des versteinerten Waldes oder der Fingerklippe. Im Etosha Garten Hotel wartet am Abend deutsch-österreichische Gastfreundschaft mit köstlichem Essen: Von der Zebraroulade bis zum Oryx-Filet. Der Eis-Palatschinken lösst dann die Reisestrapazen völlig vergessen.
-Bildergalerie
Die Natur live erleben
Um 7 Uhr morgens geht es weiter in den Etosha-Nationalpark. Springböcke, Zebras und Giraffen werden vom Reisebus aus live bewundert – auf 22000 Quadratkilometern leben die Tiere in freier Wildbahn. Am ersten Tag freilich noch stark zurückgezogen – durch die späte Regenzeit gibt es im Busch genügend Wasser, die Tiere halten sich mit dem Besuch der öffentlichen Wasserstellen zurück.
Elefanten-Spektakel als Reise-Höhepunkte
Vom Rastlager Okaukuejo geht es am 8. Tag weiter durch die unendliche Weite des Parks zum Halali-Rastlager. Am Nachmittag dann das Highlight der Reise: Auf der Fahrt zum Nachtlager Namutoni bewundern wir die prächtigen Tiere live. Es dauert lange, und fast hatten die Urlauber schon aufgegeben, doch dann war es soweit: Majestätisch nähert sich der Etosha-Elefant einer Wasserstelle. Die Giraffen machen artig Platz, bis der mächtige Dickhäuter in aller Ruhe trinken und weiterstapfen kann. Es sollte der Auftakt zur Foto-Pirsch auf jede Menge Elefanten sein – mit dem abendlichen Highlight, als eine Elefantenfamilie in Reih und Glied durch den Busch zur Wasserstelle trottet und sich dort stärkt. Still war es in diesen Momenten. Mucksmäuschenstill. Eindrücke, die sprachlos machen.
Zurück in die Großstadt
Endlich mal auf guten Straßen führt der Weg am 9. Tag vom Etosha-Nationalpark nach Windhoek. Im luxuriös ausgestatteten Safari-Court-Hotel können sich die Stimme-Leser entspannen und die Reise am Abend in Joes Bierhouse Revue passieren lassen. Zum Beispiel bei einer Buschmannplatte mit Fleisch vom Strauß, Krokodil, Zebra oder dem Kudu.
Windhoek entdecken
Der letzte Tag gehört dann Windhoek. Interessante Impressionen einer Stadt, die ihre koloniale Vergangenheit nicht verleugnen kann. Mit eindrucksvollen Eindrücken treten die Stimme-Leser am Abend die Rückreise an. Völlig entspannt geht’s heimwärts. Und noch einmal genießen wir von oben diese Weite. Diese unendliche Weite, die einen absolut nicht mehr loslässt.
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