Land will Schweinegrippe-Impfstoff abbestellen

    Stuttgart - In Baden-Württemberg sind bisher mindestens 15 Menschen an den Folgen der sogenannten Schweinegrippe gestorben. In der Nacht zum Mittwoch erlag ein 40-jähriger Mann ohne Vorerkrankungen den schweren Folgen der Neuen Grippe, wie das Universitätsklinikum Ulm mitteilte. Der Patient war am 11. Dezember in einem kritischen Zustand in das Krankenhaus eingeliefert worden. Bei den Untersuchungen wurde bei ihm das H1N1-Virus nachgewiesen. Die Zahl der Schweinegrippetoten erhöht sich damit.

    Bis zum 22. Dezember hatte das Sozialministerium in Stuttgart nach Angaben einer Sprecherin 14 Todesfälle im Land gezählt, die auf die Neue Grippe zurückzuführen sind. Die Zahl der Infizierten wurden zum gleichen Zeitpunkt auf rund 33 000 beziffert.

    Der Bedarf an Impfstoff ist in Baden-Württemberg vorerst gedeckt. Eine Ministeriumssprecherin sagte am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur dpa: „Die Apotheken rufen keinen Impfstoff mehr ab. Ein Teil wird bereits eingelagert.“ Das Land habe bisher 2,6 Millionen der bestellten 6,35 Millionen Dosen des Mittels Pandemrix bekommen. Wegen des bisher milden Verlaufs der Grippe hätten einfache statt ursprünglich geplanter doppelter Impfungen ausgereicht. Zudem hätten sich deutlich weniger Menschen impfen lassen als bei der üblichen saisonalen Grippe.

    Die Bundesländer verhandeln derzeit mit dem Pharmakonzern Glaxo-Smith-Kline über die Möglichkeit, nur die Hälfte der ursprünglich bestellten Menge der Arznei abzunehmen. Sollte das Baden-Württemberg nur die Hälfte der bestellten Medikamente erhalten, könnte es -ausgehend von sieben Euro je Impfdosis - zwischen 20 Millionen und 22 Millionen Euro sparen.

    Die Ministeriumssprecherin betonte allerdings: „Die große Unsicherheit ist, dass wir nicht wissen, wie stark eine mögliche weitere Grippewelle Anfang kommenden Jahres sein könnte.“ lsw




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