Verteidigung fordert Freispruch

    Im Mordprozess gegen den Bäcker von Siegelsbach hat die Verteidigung vor dem Landgericht Heilbronn Freispruch für den Angeklagten gefordert. "Er ist nicht der Täter", sagte Rechtsanwältin Anke Stiefel-Bechdolf am Montag.

    Seit zwölf Monaten wird gegen ihn im Raubmordprozess verhandelt, seit zwölf Monaten schweigt er vor Gericht: Bäckermeister Alfred B. (Foto: Veigel)

    Laut Anklage soll der 48-Jährige bei einem Banküberfall im Oktober 2004 eine Rentnerin getötet sowie deren Mann und einen Bankangestellten lebensgefährlich verletzt haben. Die Nebenklägervertreter haben ebenso wie die Staatsanwaltschaft auf einen lebenslange Haftstrafe plädiert.

    Die Verteidigerin führte aus, der Bäcker sei noch zu einer Zeit von Zeugen gesehen worden, als der Täter schon den Bankangestellten aufgelauert haben müsse. Die schwer verletzten Zeugen, die ihn wiedererkannt haben wollen, hätten nach der Aussage einer Gutachterin möglicherweise Erinnerungslücken mit nachträglichen Informationen von Bekannten oder aus den Medien aufgefüllt. Der Bäcker habe zudem in finanziell geregelten Verhältnissen gelebt.

    Das auf seinem Grundstück von Polizisten gefundene Geld stamme aus schwarzen Kassen und sei für den Kauf eines neuen Jagdfahrzeugs gewesen. Wenn das Geld aus dem Überfall gewesen wäre, hätte auch mehr als nur ein Schein einen Handabdruck des Bankangestellten aufweisen müssen. Das Urteil soll am 21. April verkündet werden. (lsw)

    10.04.2006

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