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Am Rauhen Stich weht ein rauer Wind
Von Markus Voss
Der letzte Tennis-Satellit namens Leimen ist gelandet, jetzt bereitet sich die Elite-Besatzung auf neue Einsätze im Tennis-Center Talheim vor. Beim Satellite-Masters am Schauplatz der Heilbronn Open kämpfen von diesem Mittwoch, 12 Uhr, an talentierte Nachwuchsprofis um begehrte Weltranglistenpunkte. Das Finale steigt am Sonntag um 13 Uhr.
Uli Eimüllner ist im Turniergeschäft ein alter Hase. Bereits zum 23. Mal lädt der 56-Jährige zwischen dem 22. und 29. Januar 2006 zu seinen Heilbronn Open nach Talheim ein. Bei so viel Erfahrung weiß der Turnierboss meist, was ihn zu Jahresbeginn bei dem Challenger-Turnier erwartet:
Top-Tennis und eine Woche lang ein volles Haus. Beim Satellite-Masters, dem Abschluss und Höhepunkt einer vierteiligen Serie - die 24 besten Einzel- sowie die 16 besten Doppelspieler der vorgeschalteten Turniere in Bayreuth, Rödelsee und Leimen sind in Talheim dabei - wussten Eimüllner und seine Mitstreiter von der Turnierleitung zunächst nicht so recht, auf was sie sich einlassen - schließlich ist es die erste Veranstaltung dieser Art im Tennis-Center.
Klar, die hungrigen Nachwuchsleute, in der Weltrangliste irgendwo zwischen 400 und 1000 platziert, werden auf dem Platz alles geben, um im Ranking nach vorne zu kommen und sich ein gutes Stück vom 6250-Dollar-Preisgeld-Kuchen abzuschneiden - spannende Spiele sind also garantiert. Doch ob die Tennisfans das neue Angebot auch annehmen werden? Inzwischen weiß Uli Eimüllner mehr: Das Interesse kann sich durchaus sehen lassen. Vor allem für die beiden Tage, an denen Live-Musik geboten wird, haben wir gut Karten verkauft. Wenn auch in kleinerem Rahmen, versteht sich. Mittwoch und Samstag - auch bei den Heilbronn Open sind diese Turniertage seit langem ein wahrer Publikumsmagnet.
Diejenigen, die beim Satellite-Masters vor Ort sein werden, dürfen sich außer auf das Rahmenprogramm im Tennis-Village aber auch auf guten Sport auf dem Tennisplatz freuen. Bei uns sind Spieler aus elf Nationen am Start , sagt Dirk Schwarzer, der sportliche Leiter. Da wäre beispielsweise der 17-jährige Lette Ernests Gulbis, der von Ex-Daviscup-Kapitän Niki Pilic trainiert wird. Eimüllner: Niki hält Ernests für ein Riesentalent.
Die beiden werden am Dienstag anreisen. In Talheim ist Gulbis an zwei gesetzt. Oder Sebastian Rieschick (19) vom TC Weiß-Gelb Lichtenrade. Der Berliner, stattliche 1,95 m groß, ist als Nummer 392 in der Welt der höchstplatzierte Spieler beim Masters. Bei den drei Vorab-Turnieren wurde er seiner Favoritenrolle gerecht und konnte die meisten so genannten Circuit Points sammeln. Interessant ist auch Peter Gojowczyk.
Der Münchner ist erst 16 Jahre alt und steht bereits im deutschen Junioren-Kader. Aus Württemberg sind Bastian Knittel (TC Ravensburg/ATP 566), David Klier (TC Hechingen/ATP 1065) sowie im Doppel Nils Muschiol (TV Reutlingen/ATP 1536) dabei. Sie werden es schwer haben, bis zum Wochenende im Turnier zu bleiben.
Für sie wie für alle anderen gilt eben der alte Spruch: Am Rauhen Stich weht ein rauer (Tennis-)Wind.
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