Vogelgrippe in Südeuropa bisher ohne Auswirkung auf Reisen

Berlin (dpa/gms) - Die Vogelgrippefälle in den Reiseländern Italien und Griechenland sind für Touristen kein Grund, Urlaube abzusagen.

Huhn

Ein Huhn einer Hühnerfarm in Italien wird auf untersucht.

dpa
Bei den Kunden habe man kein verändertes Buchungsverhalten festgestellt, so Sibylle Zeuch vom Deutschen Reiseverband (DRV) in Berlin.

«Storno und Umbuchungen sind kein Thema.» Es gebe aber einen erhöhten Bedarf an Informationen: «Die Verbraucher sind verunsichert und fragen nach, inwiefern ihre Reise betroffen ist und wo sie sich informieren können.»

Die Reiseveranstalter warten mit Reaktionen noch ab. Laut Zeuch beobachten die Unternehmen die Lage, wo sich für ihre Programme möglicherweise Gefährdungspunkte ergeben können. Am Wochenende war das auch für Menschen gefährliche Vogelgrippevirus H5N1 erstmals in Italien und Griechenland in toten Wildschwänen nachgewiesen worden. Beide Länder hatten daraufhin ihre Schutzmaßnahmen verschärft.

Marktführer TUI zum Beispiel sieht keinen Grund, die Angebote in Italien und Griechenland zu ändern. «Wir halten uns grundsätzlich an die Einschätzung des Auswärtigen Amtes», sagte Sprecher Kuzey Esener in Hannover. Da das Ministerium seine Sicherheitshinweise wegen der Vogelgrippe nicht verschärft hat, will auch der Konzern den Ablauf von Reisen in Italien und Griechenland derzeit nicht ändern.

Auch der Griechenland-Spezialist Attika Reisen in München sieht keinen Anlass, Urlaubsprogramme zu ändern. «Kein Mensch hat bislang bei uns angerufen», sagte Geschäftsführer Michael Karavás. «Wir hoffen, dass es in Griechenland dabei bleibt, dass nur Zugvögel betroffen sind und die Schutzmaßnahmen greifen.» Derzeit ist in Hellas touristisch Nebensaison. Mit vielen Gästen aus Deutschland wird erst im Mai wieder gerechnet. Der in Süditalien stark vertretene Veranstalter FTI aus München berichtete zwar von vereinzelten Kundenanfragen. Umbuchungswünsche habe es aber nicht gegeben.

Auch nach Bekanntwerden der Vogelgrippefälle in der Türkei Anfang des Jahres hatte es bei Veranstaltern vermehrt Anfragen gegeben. Die Buchungseingänge für die Türkei seien in der Folge «verhaltener» gewesen, so TUI-Sprecher Esener. Dass die Vogelgrippe der alleinige Auslöser dafür war, sei aber nicht gesagt: «Es gibt immer Tagesschwankungen.»

Sollte das Auswärtige Amt seine Sicherheitshinweise für Italien und Griechenland verschärfen, muss das nicht zwangsläufig bedeuten, dass Reiseangebote komplett aus dem Programm genommen werden. Laut DRV-Sprecherin Zeuch könnten die Veranstalter dann ähnliche Vorsichtsmaßnahmen treffen, wie sie es bereits für Reisen nach Asien getan haben - beispielsweise Besuche auf Märkten zu streichen.

14.02.2006

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