Irgendwo in Afrika

Bernhard und Tanja Kiesow aus dem Leintal haben sich für ihre Flitterwochen eine große Tour vorgenommen. Sie fahren mit einem Jeep mehr als 10.000 Kilometer von Deutschland nach Südafrika. Anfangs sollte die Reise ein Jahr dauern. Doch mit jedem Monat, den die beiden unterwegs sind, steigt ihre Lust, noch einige Zeit dranzuhängen.
Irgendwo in Äthiopien. Tanja Kiesow ist die Attraktion für diese Gruppe Kinder. Foto: Kiesow
Besuch aus Deutschland
Ihren 20. Geburtstag hat Jana Hoger aus Schwaigern im Süden Äthiopiens gefeiert. Bei einem Glas Korea - Wein mit Cola. „Kenner hätten den Wein wahrscheinlich furchtbar gefunden“, erzählt die Tochter von Tanja Kiesow. Afrikanischer Wein ist vor allem eines: „Furchtbar süß“. Aber warum beklagen? Die drei Wochen, in denen sie ihre Mutter mit deren Mann besucht hat, seien super gewesen, erzählt sie. Und der Wein eigentlich gar nicht schlecht.
Mit ein paar Andenken und vielen Erinnerungen ist die angehende Erzieherin im April wieder aus Afrika zurückgekommen. In den Sommerferien will sie die Reisenden erneut besuchen – wo das sein wird, steht noch nicht fest. Denn einen Zeitplan für die Tour gibt es nicht.
Zwischenstopp in Kenia?
Bernhard Kiesow, von 1999 bis 2006 hausärztlicher Internist in Nordheim, und Tanja Kiesow, bis 2006 Erzieherin in Leingarten, sind mittlerweile in Kenia angekommen. Eine der ersten Handlungen in dem ostafrikanischen Land: Bernhard Kiesow hat sich die Haare schneiden lassen – in einer drei Quadratmeter großen Wellblechhütte. Gerade überlegen sie sich noch, ob sie dort erst einmal zwei Monate ein Haus mieten und die vielen Eindrücke verarbeiten.
Einen stacheligen Weggefährten hat Bernhard Kiesow ausgemacht. Foto: Kiesow
Bislang hilft ihnen ein Online-Tagebuch, ihre Gedanken zu sortieren und noch einmal Revue passieren zu lassen. Wer in dem Tagebuch liest, kann die beiden auf der Reise begleiten und erfährt vieles über Politik und Gesellschaft der bereisten Länder. Von zähen Verhandlungen über den Spritpreis an einer Tankstelle schreiben sie, von Frauen, die mit schweren Bündeln Holz mehr als 50 Kilometer zurücklegen, um sie dann für umgerechnet einen Euro auf einem Markt verkaufen. Oder von Händlern, die vor größeren Schlaglöchern an den Straßen warten, um Putzdienste oder ihre Waren anzubieten.
Der Weg ist für Tanja und Bernhard Kiesow das Ziel. „Bei ihrer Reisegeschwindigkeit, werden sie wahrscheinlich noch lange, lange unterwegs sein“, mutmaßt Jana Hoger. Freunde würden sich sogar schon beinahe fragen, ob die beiden nur noch zum Urlaub machen wieder in die Region kommen – und sich ganz irgendwo in Afrika niederlassen. Für die Zeit nach ihrer Ausbildung zur Erzieherin kann auch Jana sich gut vorstellen, erst einmal eine Zeit im Ausland zu arbeiten. Aber in Europa soll es dann nicht sein, erzählt sie.
Weiterer Artikel: Per Jeep vom Leintal nach Südafrika
Verfolgen Sie die Tour von Bernhard und Tanja Kiesow: http://www.hinter-dem-horizont.net/